Werner, Wilfried
Cimelia Heidelbergensia: 30 illuminierte Handschriften der Universitätsbibliothek Heidelberg — Wiesbaden, 1975

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kostbarer Ausstattung sowie eine Reihe mittelalterlicher Kodizes, vor allem illuminierter Gebetbücher, Psaltc-
rien etc., meist niederländischen oder französischen Ursprungs, aber auch Handschriften theologischen oder
historischen Inhalts aus dem Mittelalter und der Neuzeit.

Von den Codices Trübner sind - abgesehen von den deutschen Texten, die Bartsch nennt - bisher nur die
orientalischen Handschriften in einem Standortkatalog erfaßt.

Die Gruppe der Heidelberger Handschriften (frühere Bezeichnung: Codices Heidelbergenses) umfaßt
in 3760 Einheiten das handschriftliche Material, das nach der Zerstörung Heidelbergs im Jahre 1693 außerhalb
der oben angeführten geschlossenen Sammlungen in die Universitätsbibliothek gelangte. Sie nimmt heute die
Neuzugänge an Manuskripten jeglicher Art auf. Neben etlichen mittelalterlichen Kodizes und Handschriften
der Renaissance handelt es sich vorwiegend um Autographen (Briefsammlungen, wissenschaftliche und litera-
rische Manuskripte usw.) in Nachlässen, vor allem Heidelberger Gelehrter, Dichter, Schriftsteller und Staats-
männer des 19. und 20. Jahrhunderts.

Für die Benutzung der Heidelberger Handschriften stehen ein alphabetisches Repertorium in Form eines
handschriftlichen Bandkatalogs (9 Bände), ein Standortkatalog (Manuskript. DIN A 5) und ein Briefkatalog
(Zettelkartei in internationalem Format) zur Verfügung.

Außer den Orientalia der Sammlung Trübner besitzt die Universitätsbibliothek Heidelberg eine Gruppe von
501 orientalischen Handschriften verschiedener Provenienz unter der Bezeichnung Codichs Heidelbfrc.enses
Orientai.es. Sie werden erschlossen durch ein alphabetisches Repertorium (Bandkatalog, 3 Bände), einen
Standortkatalog (DIN A 5) und einen Sprachenindex. Die Zugänge der Jahre 1927- 1929 (= Cod. Heid. Or.
116-438 ) sind beschrieben von Joseph Berenbach3".

Die Zahl der Originalmanuskripte in Heidelberg wird ergänzt durch Fotokopien sämtlicher noch in der
Bibliothek des Vatikans in Rom aufbewahrter Palatina-Handschriften (2004 Cod. Pal. Lat., 397 Cod. Pal.
Graec. 290 Cod. Pal. Ebr). Die Mikrofilme dieses Bestandes wurden dank dem Entgegenkommen der Prä-
fektur der Vatikanischen Bibliothek, die auch die technische Durchführung übernahm, im Jahre 1960 in Rom
hergestellt. Inzwischen sind danach in Heidelberg Rückvergrößerungen im DIN-A-5-Format angefertigt und
einheitlich gebunden worden, so daß nunmehr sämtliche handschriftlichen Texte der berühmtesten deutschen
Bibliothek des 16. Jahrhunderts wieder in Heidelberg bequem zugänglich sind. Zur Erschließung der Palatini
Latini wurden in der Bibliotheca Vaticana gegen Ende des 17. Jahrhunderts ein alphabetisches Inventar und ein
Standortindex angelegt (beide jetzt als Fotokopien in Heidelberg). Henricus Stevenson sen.4 beschreibt außer
den Pal. Graec. Vat. auch die 29 griechischen Handschriften, die heute wieder in Heidelberg liegen. Dagegen
erfaßt Henricus Stevenson jun.5 nur die Signaturen Pal. Lat. 1-921. und zwar ohne die nach Heidelberg
zurückgekehrten 17 Handschriften. An einer ausführlichen Beschreibung der Palatini Latini Vaticani wird zur
Zeit in Heidelberg gearbeitet.

Mit den illuminierten Handschriften in Heidelberg befassen sich Adolf von Oechhehäuser'\ der Kodizes
aller Provenienzen bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts berücksichtigt, und Hans Wegen er7, der die deutsch-
sprachigen Manuskripte des 14.- 16. Jahrhunderts behandelt.

1 Fr. Wu ken. Geschichte der Bildung, Beraubung und Vernichtung der alten Heidelbergischen Büchersammlungen. 1817.

2 K. Bartsch, Die altdeutschen Handschriften der Universitätsbibliothek Heidelberg, 1887.

3 J. Wille, Die deutschen Pfälzer Handschriften des 16. und 17. Jahrhunderts der Universitätsbibliothek Heidelberg. 1993.
33 J. Berenbach, Verzeichnis der neuerworb. Orient. Handschriften der Univ.-Bibl. Heidelberg, in a) Zs. f. Semitistik u. ver-
wandte Gebiete 6 (1928) S. 213-237, b) ebd. 10 (1935) S. 74-104, c) Zeitschr. d. dt. Morgenl. Gesellsch. 91 ( 1937)
S. 376-403.

4 H. Stevenson, Codices manuscripti Palatini Graeci Bibliothecae Vaticanae, 1885.

5 H. Stevenson, Codices Palatini Latini Bibliothecae Vaticanae, T. 1, 1886 (mehr nicht erschienen).

6 A. von Oechelhäuser, Die Miniaturen der Universitätsbibliothek Heidelberg, T. 1 ( 1887), T. 2 (1895).

7 H. Wegener, Beschreibendes Verzeichnis der deutschen Bilderhandschriften des späten Mittelalters in der Heidelberger
Universitätsbibliothek, 1927.

Auf die hier genannten Kataloge und Verzeichnisse wird bei den Literaturangaben im Anschluß an die einzelnen Beschrei-
bungen nicht mehr verwiesen!
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