Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1991

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XXXIV, 1989/8, s. 20- 21.
74 HENSZLMANN, I.: Külônvélémény a budai vâr paro-
chiális templomtornyok ùjra feiépitésének ûgyében. Ar-
cheolôgiai Értesitô VIII, 1874, s. 43.
75 HORLER. M.: C. d. v pozn. 72, s. 114.
76 Pozři MENCL, V.: Sto rokov starostlivosti o stavebné
pamiatky na Slovensku. Pamiatky a múzeá V, 1956, s. 163 až
173; WIRTH. Z. MATĚJČEK, A.: Česká architektura 1800
— 1920. Praha 1922, s. 26—28; BENEŠOVÁ. M.: Česká archi-
tektura v proměnách dvou století 1780—1980. Praha 1984,
s. 148.
77 Úplný zoznam Schmidtovej pamiatkárskej činnosti uvá-
dza NEUMANN, E. : Friedrich v. Schmidt. Ein Beitrag zu
seiner Monographie und zur Kunst des 19. Jahrhunderts. Diss.,
Wien 1952.
78 Tamže, s. 206.

79 NEMES, A.: A budavári fötemplom tôrténete és leírása.
Budapest 1893, s. 142.
80 HAJÓS, G. : Der Weg der Wiener Schule zu einer „moder-
nen Theorie“ der Denkmalpflege im 19. Jahrhundert. Ars Hun-
garica 1990, s. 17.
81 RIEGL, A.: C. d. v pozn. 15, s. 2.
82 Tamže, s. 61
83 Tamže, s. 35.
84 RICHTER, V.: Péče o památky. Muzeologické sešity.
Brno 1971, s. 16.
85 WAGNER, V. ; Umělecké dílo minulosti a jeho ochrana.
Praha 1946.
86 WAGNER, J.: Aktuální problémy záchrany stavebních
památek. In: Monumentorum Tutela 6, 1970, s. 124.
87 HAJÓS, G.: C. d. v pozn. 14, s. 11.

Die Denkmalpflege im 19. Jahrhundert als eine der Erscheinungen des Historismus.
Der restauratorische Purismus

Im allgemeinen kann man die Anfänge der Denkmalsflege
entweder in die antike Epoche oder in das Zeitalter der italieni-
schen Renaissance legen, je nach Abhängigkeit von der zugrun-
de gelegten Definition des Historismus. Im ersten Falle erscheint
der Historismus in Gestalt einiger Typen: im ersten herrscht das
Verlangen nach Stilkonformität vor, im zweiten nach Assozia-
tion, im dritten gilt das ästhetische Moment, der vierte erklärt
die „archäologische Neugier“. Im zweiten Falle ermöglichte die
historische Sicht der Renaissance die antike Kultur als selbstän-
dige, der Vergangenheit angehörende Erscheinung zu sehen und
zu erforschen, aber auch das Entstehen der ersten Charakteristi-
ken des gotischen Stils. Ein Streben, die antiken Denkmäler zu
restaurieren, ist für diese Epoche völlig auszuschließen.
Das 19. Jahrhundert bedeutet in der Entwicklung der Denk-
malpflege eine tatsächliche Zäsur. Sein grundlegender Beitrag
beruht in der Erkenntnis, daß der Entwurf zur Restaurierung
eines Denkmals nur durch die Erforschung des Bauwerkes und
seiner Geschichte entstehen kann. Deshalb gingen einzelnen
Erneuerungen monographische Bearbeitungen der Denkmale
voran oder sie begleiteten die Arbeiten.
Der Historismsus war ein grundlegendes Merkmal des 19.
Jahrhunderts und erwarb im Hinblick auf seine vorhergehende
Entwicklung spezifische Merkmale. Hierher gehören vor allem
die Verwissenschaftlichung und Literarisierung des Kunstschaf-
fens.
Der unmittelbare Zusammenhang der bildenden Kunst mit
der Literatur wurde in dem Augenblick möglich (spätestens seit
Winckelmann), als die als Wissenschaft aufgefaßte Kunstge-
schichte eine tatsächliche Stütze für bildende Künstler wurde.

Im Historismus des 19. Jahrhunderts verband sich die Kunst
mit der Forschung der Kunstgeschichtswissenschaft und diese
Verbindung erwies sich auch als möglich und außergewöhnlich
wirkungsvoll.
So wie die Romantik in der Architektur, so erschien auch die
romantische Restaurierungsmethode auf unserem Gebiet ver-
spätet. Typisches Beispiel ist die erste Erneuerung des Kaschau-
er St. Elisabethdoms in den Jahren 1856—1863.
In Frankreich, Deutschland und England sind die 40-er
Jahre des 19. Jahrhunderts die Zäsur zwischen der Romantik
und der nächsten Phase des Historismus, die durch eine intensi-
ve Einbindung der Kunstgeschichte in das zeitgenössische Ar-
chitekturschaffen und die Denkmalpflege gekennzeichnet ist.
Die Kunstgeschichte begann als wissenschaftliche Disziplin an
neu eingerichteten Lehrstühlen Gestalt anzunehmen und eigen-
ständige Forschungsmethoden zu entwickeln. Unter ihnen ge-
hörte die kulturhistorische Methode zu den bedeutendsten. In-
nerhalb dieser Methode bildeten sich zwei Schulen heraus:
Außer der kulturhistorischen, auf den Prinzipien Hegels beru-
henden (besonders C. Schnaase), entstand auch die positivis-
tisch-soziologisch orientierte Kulturgeschichte. Zu ihren Vertre-
tern gehörte auch eine solche Persönlichkeit der Denkmalpflege
des 19. Jahrhunderts, wie Viollet-le-Duc. Viollet-le-Duc erkan-
nte als einer der ersten in den mittelalterlichen Architekturfor-
men unverzichtbare Dokumente der Kulturgeschichte. In der
praktischen Denkmalpflege führte Viollet-le-Duc seine kultur-
historische Orientierung zu solchen komplexen Erneuerungen,
wie die Rekonstruktion der Burg Pierrefonds in den Jahren 1863
až 1870.

Deutsch von Kuno Schumacher

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