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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 17.1941/​1947(1941)

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https://doi.org/10.11588/diglit.42016#0162

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152

w. RunrmiZ

Oie Berkuntt der lVlobnkoptnadeln bat 6. Lrakt ln Qberitalien gesucbt unter
Hinweis daraut, daü es aus oberitaliscben Otablbauten, so vor allem in Be-
scbiera, verwandte Ztücke gibt, die neben der kenn^eicbnenden Xopt^ier einen
gescbwollenen und manebmal durcbbobrten bladelscbatt autweisen "). ^ucb das
scbon ötters erwähnte Oick^ack tritt mebrtacb in Orscbeinung. Os ist aber eine
durcbaus ottene Orage, ob diese in der bat altertümlicb wirkenden Oiemente in
Italien ein ebenso bobes Zelter autweisen wie in Lüddeutscbland. Lescblossene
Ounde ließen bislang nicbt vor, und der Oormenbestand des Otablbaus von Oe-
sebiera ist eins kontorme lVlasss, dis sieb ^u cbronologiscben Olntersuebungen
in keiner VIeise eignet. Oie von O. Xratt gleicbtalls als blacbweis tür italiscbe
Provenienz berangs^ogenen Oxemplare von Lampeggine und Lastions stam-
men böebstwabrsebeinlicb aus dem nördlicben Oundbereicb, sind also eber als Be-
weis tür umgekebrte Vlanderricbtung an^useben. V7ir möebten die Oesebiera-
tormen eber tür eins Londerentwieklung kalten, ^urnal sie aucb gegenüber den
krättigsn oberrbeiniscben Ltüeken mit ibrsr warten Bit^verräerung blab und
tarblos wirken. Oie sebte lVIobnkoptnadel wird nacb Ausweis ibrer Verbreitung
^da^u das Xartentaltblatt) dein Oberrbeingebiet im weitesten Zinne entstam-
men, wobei sieb die blordsebwei? und die Lebwäbiscbe ^.lb als besondere
Zentren ab^eicbnen. Os ist der gleicbe Baum, den aucb das lVlesser mit um-
") Bm^eicbnung naeb Wem. de 1a soc. d'emulation de lVlontdeliard 13, 1881, 81
lat. 3/6. Hack dem Bsricbt bat es sieb um beste eines Brnenllacbgrabes gebandelt,
bongetäbs, von denen ein kleineres in einem gröberen gestanden baben soll,
gingen verloren. Die da^u gebörigen bronzen baben naeb Bleicber-Oaudel (a. a. O.
vgl. ^.nm. 9) obenbar aucb in der Urne gelegen. Unklar bleiben die lVIobnkopt-
nadeln mit den eigenartig eingerollten Lpiralenden, die nacb der OriginaBeicb-
nung nur bedingt mit den bladein in 2usammenbang ?u bringen sind. Oie 8pi-
ralen können genau so gut aucb rm einem TVcbtsrscbleitenspiralbaken der Benn-
weierer TVrt (s. u.) geboren, wotür vor allem die borsion der einen Spirale spricbt,
die gar nicbt ^u dem glatten bladelscbatt pabt. Andererseits ist die auttallende
bladelverbiegung gelegentlicb in dieser 2eit ^u beobacbten. b.ucb sonst gibt der
Bund von -V einigen b.nlab 2ur Bnsicberbeit. Oer gewellte Orakt mit Lpiralenden
(bat. 33, O 3) erinnert an eine Vbllenbügeltibel vom bvpus Wollmesbeim-Obingen
(vgl. W. Bimmig, Brnentelderkultur 114, Verbreitungsliste 26), der normalerweise
erst später erscbeint. b.ucb der gerippte Armring (bat. 53, O 1), der bokl abge-
bildet wird, ist gan? ungewobnt und erinnert eber an gewisse iungurnentelder-
?eitlicbe Oormen. TVngesicbts dessen bleibt ?u erwägen, ob nicbt docb mebrere
Oräber durcbeinandergeraten sind. Oie Originale betanden sicb nocb 1903 (vgl.
da?u blaue, Olsall 338 bmm. 1) in Oure und bedürtten dringend einer genauen
Bntersucbung.
^.N2. Lcbweir:. b.ltertumskde. 29, 1927, 80.
") O. lVlontelius, Oiv. prim, en Italie, Lept. bat. 7, 22; b.m. Lcbweb. b.1tertumskde.
29, 1927, 80 b.nm. 3.
^) Btablbaubericbt 5, 1863, bat. 2, 22 (Oastions); O. lVlontelius, Oiv. prim, en Italie 1,
Lept. bat. 15, 13 (Oampeggine). Beide Ltücke sind so völlig identiscb, dab man
geneigt ist, nur an ein, lediglicb versebentlicberweise Zweimal unter verscbie-
denen Oundorten abgebildetes Oxemplar 2u denken. Allerdings lassen sicb aus
der Literatur biertür keine bmbaltspunkte beibringen. Bandelt es sicb wirklicb
um 2wei bladeln, dann müssen sie aus einer Ouütorm stammen. Das kreu?-
scbratberts lVlittelstück, wie überbaupt die game Lcbattver^ierung ist im blorden
ungewobnt, erscbeint iedocb einmal an der scbönen bladsl von Oauteld, Beg.-BW.
brier (siebe Verbreitungsliste). Andererseits ist gerade der bladelkopt nicbt gut
von der nordalpinen Oorm ^u trennen. Im übrigen denkt aucb lVlontelius an
nördlicbs Provenienz (Oiv. prim. 1, Lept. bextbd. 108 oben).
 
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