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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 18.1948/​1950

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https://doi.org/10.11588/diglit.42247#0156

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152

F. Garscha, K. Hammel, W. Kimmig, G. Kraft (f), E. Schmid

größere Gruppe von Pfostenlöchern eines ebenerdigen Gebäudes In letzterem
darf das Hauptgebäude und in den um dieses herumgruppierten Grubenhäusern
oder Hütten die Nebengebäude eines Gehöftes erblickt werden. Auf der unter-
suchten Hauptfläche könnte man danach mindestens sechs bis acht solcher Ge-
höfte annehmen. Beispielsweise könnten einem respektablen Pfostenhaus nörd-
lich der Grube 35 b die gereihten Hütten 24—27 sowie 31 und 36 zugeordnet
werden. Auch die symmetrische Anordnung der Hütten 59—61 sowie 50, 55
und 56 um einen großen, durch den jungen Weg beseitigten Pfostenbau, könnte
ein solches Gehöft darstellen. Ähnlich muß man sich auch die Verhältnisse im
Nordteil der Siedlung (1—17) oder bei den wenigen Grubenhäusern im Ostteil
(18—22 b) vorstellen.

B. Beschreibung einzelner Grabungsbefunde.
Vierpfostenhütten.
Hütte 43. Rechteckige, leicht verschobene Grube von 2,5 :1,3 m, mit ebenem Bo-
den in 0,8 m Tiefe. Einfüllung kiesige, fette Erde. An den Ecken vier Pfosteniocn-
füllungen von ca. 0,25 m Dm. und 0,75—0,85 m Tiefe, also noch 0,15—0,25 m in den
gewachsenen Boden herabreichend (Taf. 28, 48).
Hütte 64. Der Hüttengrundriß erst in 0,7 m Tiefe deutlich; fast rechteckige Grube
von 4:2m und 0,85 m Tiefe. In den Ecken (0,25—0,3 m Dm.) Pfostenlochfüllungen,
die in den gewachsenen Boden eingriffen, ein weiteres in der Mitte der NW-Seite;
diesen gegenüber auf der südöstlichen Langseite ein unscharf begrenzter Verfär-
bungsansatz, der vielleicht als eingetiefter Zugang anzusprechen ist (Taf. 28, 64).
Hütte 69. Rechteckige Grube von 2,5 :1, 1,5 m und 0,55 m Tiefe mit vier Eckpfosten
von 0,2 m Dm. und 0,7 m Tiefe. Boden der Grube mit kiesigen Gerollen bedeckt
(lockeres Pflaster). Außerhalb der Grube an den Ecken der NW-Seite je ein Pfosten-
loch und drei weitere an der NO-Seite. Funde: Scherben und Tierknochen (Taf.
28, 69).
Sechspfostenhütten.
Hütte 53. Unter dem Geröllpflaster (53 b) und einer darunter liegenden Lehm-
schicht von 5 cm Dicke zeigte sich in 0,6 m Tiefe eine graue, rechteckige Einfüllung
von 2,6 : 2 m im gewachsenen, gelben Kies. Hüttenboden 0,8 m tief. Die vier Eck-
pfosten saßen 1,1 m tief; die Mittelpfosten an den Stirnseiten nur 0,9 m. Weitere
Pfostenlöcher außen an der NW- und S-Seite. Eine Deutung der letzteren war nicht
möglich. An der NW-Seite zeigte sich eine lehmig-sandige Verschmutzungszone
(Taf. 28, 53).
Hütte 41. Abgerundete, rechteckige Grube von 3:1,75 m und 0,65 m Tiefe. Die
Ostecke war mit ca. 0,75 : 0,75 m ausgespart. Einfüllung: brauner, lockerer Boden;
drei Eckpfosten und zwei Firstpfosten außerhalb der Grube und je ein Pfosten außen
an der Langseite. Der vierte östliche Eckpfosten war vermutlich infolge der stehen-
gelassenen Grubenecke weniger tief eingelassen und dürfte beim Abräumen der
Humusschicht beseitigt worden sein (Taf. 28, 41).
Hütte 24. Rechteckige Grube von 3,75 : 2,5 m mit einer Ausbuchtung an der Ost-
ecke (ältere Grube!), Tiefe bis 0,6 m (muldenförmig). An den Stirnseiten je drei
Pfostenlochfüllungen von 0,25—0,5 m Dm. und 0,7—1 m Tiefe, die erst durch Aus-
heben der Grubenfüllung erkennbar wurden. Pfostenlöcher im Schnitt mulden-
förmig. Am östlichen Eckpfosten lagen unter einer Steinplatte peripher angeordnete
Rollsteine, innerhalb derer mehrere Brocken rotgebrannten Lehms lagen (vielleicht
zum Verkeilen des Pfostens). Die Lehmbrocken stammen wahrscheinlich von einer
Herdanlage, doch fehlt in Hütte 24 ein Herd. Das an der inneren, südöstlichen
Langseite angedeutete Pfostenloch ist fraglich. Die große und flache pfostenloch-
ähnliche Grube an der NW-Seite ist nicht deutbar. Parallel der Langseiten wurden
 
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