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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0146

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138

Friedrich Garscha

kontinental-germanische und angelsächsische Entwicklung besprochen und teilweise
abgebildet. Einer besonderen Gruppe widmete J. Werner6) anläßlich der Behandlung
einiger fränkischer Schwerter des 5. Jahrhunderts seine Aufmerksamkeit. Im Zusam-
menhang mit der Neukonservierung belgischer Tauschierarbeiten veröffentlichte
A. Dasnoy 7) auch die einschlägigen kontinentalen Fundstücke neu. Nachdem W. Holm-
qvist bei seinen Studien am angelsächsischen Material, das bis dahin nur sehr lücken-
haft publiziert war, die Zuhilfenahme der Röntgenphotographie angeregt hatte und
A. Dasnoy dasselbe für belgische Fundstücke veranlaßte, erfolgte für England eine kata-
logmäßige Zusammenstellung und Erörterung des infolge des schlechten Erhaltungs-
zustandes der Objekte oft nur röntgenphotographisch erschließbaren Fundstoffes durch
Vera J. Evison8). Von allen voraufgehend genannten Autoren wurden zweckmäßiger-
weise auch tauschierte Altertümer mit herangezogen, bei denen weniger formenkund-
lidhie als technische Übereinstimmungen zu Schlußfolgerungen auf die Herkunft aus
gleichen oder verwandten Werkstätten führten.
Wenn man den Gesamtbestand an engstreifig oder mit Gittermuster tauschierten
Schnallen und Beschlägen, wie uns im Exemplar von Herten eines von sehr einheitlicher
Form begegnet ist, überblickt, so offenbart sich einem rasch, daß bei nur unwesentlich
variierender Gesamtform sehr verschiedengestaltige Schnallenbügel und Dornformen
einerseits und Tauschiermuster auf den Schnallenrahmen und den Beschlägplatten an-
dererseits beliebig miteinander kombiniert worden sind. Unser Hauptaugenmerk wird
sich bei dem Vergleich auf die oben herausgehobenen Zierelemente unserer Schnalle
konzentrieren, zumal nicht eines unter den 33 zum Vergleich verfügbaren Schnallen-
exemplaren in allen Punkten mit unserem Stück übereinstimmt.
1. Die Schnallen vom Typ Biffrons — Eprave — Kärlida — Pry
Bei einer Fundgruppe sind die Beschläge nicht tauschiert, sondern mit Silber- oder
Bronzeblech belegt, die mit Preßmodeln hergestellt wurden, und deren Bildinhalt christ-
liches Symbolgut mit spätantiken Zierelementen vermischt aufweist. Über diese Gruppe
haben nacheinander beziehungsweise gleichzeitig J. Werner und A. Dasnoy gearbeitet.
Es handelt sich um die Garnituren von: 1. Biffrons (Kent): Mit zwei Beschlägplatten
mit der gleichen Darstellung Daniels in der Löwengrube9). — 2. Eprave (Prov. de
Namur)10): Rechteckiger, mit feiner Gittertauschierung verzierter Schnallenrahmen; auf
dem Beschläg Reste eines Preßblechs mit Kelch oder Lebensbaum zwischen zwei anti-
thetischen Pfauen und als Umrahmung Weinlaubranken. — 3. Envermeu (Dep. Seine
Inf.): Hier nur noch ein ähnliches Preßblech von dem in Eprave vertretenen Typus er-

8) Germania 31, 1953, 38 ff. Taf. 6—7.
7) A. Dasnoy, Les premieres damasquinures merovingiennes de la region namuroise, Annales
de la Societe archeologique de Namur 47, 1953—1954, 267—286 Taf. 1—6. — Fortan nur
abgekürzt: Dasnoy, a. a. O. .. . zitiert.
8) Vera J. Evison, Early Anglo — Saxon Inlaid Metalwork, The Antiquaries Journal 35, 1955,
20—45, Fig. 1—5 und Taf. 3—9. — Weiterhin abgekürzt Evison . . . zitiert.
9) E. T. Leeds, Anglo — Saxon Art and Archeology (1936) Taf. 7 b; Dasnoy, a. a. O. Taf. 1, 2;
ebenfalls Germania 31, 1953, Taf. 6, 7. — Holmqvist, a. a. O. 60 Abb. 25,1.
10) Dasnoy, a. a. O. Taf. 1, 1.
 
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