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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0160

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152

Friedrich Garscha

an Tiefe ab; auf der steileren Innenseite der Schnalle sind sie im noch vorhandenen,
leicht körnigen Eisenrost fast nicht erkennbar. Durch die Kerbrinnen entstehen breite
und auf der Oberseite ziemlich flache Buckel. Auf den Buckeln ist vom Kamm der nach
außen abfallenden Buckel unter den letzten, auf der Schnalle stehen gelassenen Rost-
resten stellenweise ein Silberstreifen von ca. 1,3 mm Breite zu erkennen, auf den Rän-
dern der Buckel und in den Kerbrinnen dazwischen sind zwischen bronzebraunen Par-
tien genau in der Mitte der linken Schnallenhälfte noch Reste von Vergoldung festzu-
stellen. Der Eisenkern der Schnalle ist also hier mit einem bronze- bis kupferfarbenen
Blech plattiert und auf der Mitte der Buckeln selbst ein 1,2—1,3 mm breiter Silberstreifen
eingelegt, dieser ragt aber nicht über den Blechbelag empor. Der Rahmenquerschnitt ist
nach etwa 1 mm fast senkrechtem Verlauf am Außenrand in einem Bogen ziemlich steil
ansteigend bis zur Rahmenhöhe; von hier aus fällt er steiler zum Innenrand hin ab. Die
Dornauflage war wahrscheinlich ursprünglich leicht eingesattelt und wie bei der
Schnalle von Herten (Taf. 44, 3) in der Kontur etwas zurückgenommen.
Unter Zuhilfenahme der als Positiv (Kopie) wiedergegebenen Röntgenaufnahme
(Taf. 44, 8) ergibt sich folgendes Bild: Es handelt sich um eine gebuckelte, nierenförmige
Eisenschnalle wie Form 1, mit einer über die ganze Rahmenlänge vom linken Basis-
anfang bis zum rechts erhaltenen Bügelende durchlaufenden Silberblech-Plattierung.
Über die Mitte der flachen, durch Kerbrinnen voneinander getrennten Buckel sind in
das Silberblech in radialer Anordnung 1,2—1,3 mm breite Silberstreifen eingelassen;
d. h. als Silberdraht in vorhandene kantige Rinnen im Silberblech eingehämmert (tau-
schiert). Die zwischen den tauschierten Silberstreifen liegende Fläche des plattierten
Silberblechs, also die Ränder der Buckel und die Kerbrinnen, waren ursprünglich ver-
goldet. Auf der steileren Innenseite des Schnallenrahmens ist die Vergoldung bei der
Benützung der Schnalle durch den Leibriemen verschieden stark und ungleich in der
Höhe abgescheuert. Der innere Rand des Silberblechs ist an der Stelle der Dornauflage
abgerissen, aufgebogen und in eine Falte wieder in die Ebene der Dornauflage zurück-
gebogen. Auch die Schnallenbasis war, nach geringen Silberblechresten im Röntgenbild
zu schließen, silberplattiert, vielleicht sogar vergoldet. Vom Schnallendorn fehlt jede
Spur. Das bronzebraune bis kupferfarbene Aussehen ist nach E. Salin 67) auf einen sehr
hohen Kupfergehalt des zum Plattieren verwendeten Silberblechs bedingt, welches bei
mechanischer Reinigung an der Luft sehr schnell wieder kupferfarben oxydiert.
2. Die gebuckelte Eisenschnalle aus Kleinhüningen (Basel), Grab 229 (Inventar Nr.
1948. 212), ist einzige Beigabe des Grabes. Sie hat nierenförmige Gestalt mit stark ein-
gezogener Dornauflage und waagrechter, im Knick abgesetzter Basis (L. 2,8 cm; Br.
5,1 cm). Der Dorn ist flach, in der Mitte etwas durchgebogen und an der Basis stark zer-
stört. Die Schnalle ist in der rechten Hälfte besser erhalten und auf der Oberseite ge-
rippt oder besser fein gebuckelt (Taf. 44, 5). Nach ihrem jetzigen, hier abgebildeten Er-
haltungszustand zu urteilen, scheint sie kaum mechanisch gereinigt zu sein. Der Rah-
menquerschnitt ist infolgedessen vorerst kaum zu ermitteln. Auf dem am besten erhal-
67) E. Salin, Le Haut Moyen Age en Lorraine d’apres le mobilier funeraire. Paris 1939, 302.
Der Verfasser meint, mit dem hohen Kupferzusatz habe das Silberblech gelber gewirkt und
dadurch Gold vorgetäuscht; doch sind bei der Schnalle aus Basel, „Gotterbarmweg“, Grab 17,
wirkliche Reste von Vergoldung vorhanden.
 
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