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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0164

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Friedrich Garscha

trugen, führt uns zu einer kurzen Betrachtung über einige Gruppen von Fundgegen-
ständen, an denen die auf den Schnallen mit rechteckigen Beschlägen angetroffenen
Ziertechniken der tauschierten Kreispunkte, konzentrischen Kreise, der tauschierten
„Sonnen“- und Sternmotive, der Gittertauschierung, der engen Streifentauschierung
und des „gezähnten“ Strichs auch sonst begegnen.
I. In der Liste der kontinentalen Buckelschnallen wurde an vierter Stelle diejenige an
dem Feuerstahl aus Krefeld-Gellep, Grab 43 73), und an zehnter Stelle das Vorkommen
wohl der gleichen Schnallenart an einem ähnlichen aus Carnuntum stammenden Feuer-
stahl erwähnt. Zum gleichen Typus gehören: derjenige aus Eprave (Prov. de Namur),
„Croix-Rouge“, Grab 245 '4) (Taf. 46, 12), mit zweifarbiger Tauschierung in Messing
und Kupfer und zwei weitere, als festländischer Import bezeichnete Exemplare von
High Down (Sussex), Grab 14 75), mit streifentauschierter Schnalle, gezähnten Linien
und Kreispunkten und von Brighthampton (Oxfordshire), vermutlich auch tauschiert. —
Einer anderen Form, ebenfalls mit Schnalle, gehören die beiden Feuerstähle mit unbe-
kanntem Fundort im Museum von Leiden76) und aus der Sammlung Diergardt in
Köln 77) an, ersterer u. a. mit Kreismustern, beim letzteren Radmuster oder Blüten-
muster. — Am wissenschaftlich bedeutendsten von allen aufgezählten Stücken ist zwei-
felsohne der Feuerstahl von Krefeld-Gellep, Grab 43 (Taf. 46,11), technisch dem aus
Eprave verwandt mit zweifarbiger Metalltauschierung: Sämtliche Kreise in Silber, Mit-
telpunkte in Messing, gezähnte Linie in Silber. Über die Schnalle wurde oben ge-
sprochen. Der Feuerstahl (nicht „Taschenbügel“, wie es immer wieder in fast der ge-
samten Fachliteratur heißt!) gehört nicht nur zu den schönsten der tauschierten Stücke;
ihm kommt außer der interessanten kombinierten Plattier- und Tauschiertechnik und
Buckelung an der Schnalle eine besondere chronologische Bedeutung zu. Er gehört zu
dem reichen Inventar des Männergrabes 43, das von E. Steger 1937 78) veröffentlicht,
seitdem in der Chronologie der frühmerowingischen Zeit eine wichtige Rolle spielt. Das
Grab wurde zuletzt von J. Werner79) im Zusammenhang mit Schwertern behandelt, die
als Parallelerscheinungen zu der älteren Gruppe der Goldgriffspathen ebenfalls
in die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts gehören.
II. An diesen älteren Goldgriffspathen finden wir Riemendurchzüge80)
mit engmaschiger Gittertauschierung, die als „westlicher Zug“ an diesen Schwertern in
einer vom donauländischen Einfluß bezüglich Zellenschmuck unberührten Waffen-
schmiede an der Maas in der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts produziert wurden.
Diese enge Gittertauschierung fanden wir bereits bei der ersten Gruppe der Schnallen
vom Typus Biffrons — Eprave — Kärlich — Pry, wodurch sich dessen Gleichzeitigkeit
mit den älteren Goldgriffspathen dokumentiert.
73) s. Anm. 51.
74) Dasnoy, a. a. O. 281 f. Taf. 5, 3.
75) Evison, a. a. O. Nr. 19, Taf. 6 a.
76) Evison, a. a. O. Taf. 7a.
77) Holmqvist, a. a. O. 49, Abb. 21, 2.
78) Germania 21, 1937, 182 ff.
79) J- Werner, Zu fränkischen Schwertern des 5. Jahrhunderts. Germania 31, 1953, 38 ff.
80) Vgl. Anm. 79: Hierher gehören die Gräber von Oberlörik (Stadtkrs. Düsseldorf), Ander-
nach-Kirchberg, Frankfurt-Praunheim und Kleinhüningen (Basel), Grab 63 u. 212.
 
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