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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0204

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196

Albrecht Dauber

Zu diesen jeweils in Mehrzahl vertretenen Formen gesellen sich Einzelstücke, die nur
in Ausnahmefällen von dem geläufigen Urnenfeldermaterial soweit abweichen, daß
Zweifel an ihrer Zugehörigkeit aufkommen.
Ein so großer Fundbestand, wie der hier vorliegende, sollte der Datierung keine
Schwierigkeiten entgegensetzen. Auf Vergleichsmaterial aus dem näheren Umkreis
kann sich indes die Erörterung dieser Frage nicht stützen. Urnenfelderzeitliches Sied-
lungsmaterial aus dem Taubergebiet und seiner Umgebung ist bisher kaum veröffent-
licht worden 18 *). Der von Chr. Seewald vorgelegte Fundkomplex Säckingen 1B) und der
Siedlungsfund von Gündlingen-„Härtle“ 20) liegen räumlich weit ab und sind daher
für engere Vergleiche nur bedingt anziehbar.
Die gute Übereinstimmung des aus 12 Fundpunkten stammenden Gesamtbestandes
spricht zunächst dafür, daß die beobachteten Gruben zeitlich zu einer Siedlung ge-
hören. Es gibt keine Hinweise darauf, daß sich die Funde über einen größeren Zeitraum
erstrecken und Teile verschiedenzeitlicher Siedlungen enthalten. Auch die Einordnung
in die jüngere Phase der Urnenfelderkultur ist kaum zu bezweifeln. Sie stützt sich auf
das Vorkommen graphitbemalter Keramik, die Häufigkeit der Verzierung durch schräge
Einstiche bei Gefäßen der mittleren Größenordnung21), die abgetreppte Schale
(Taf. 56, 17) und den Spitzbecher (Taf. 54, 25). Nicht sicher entscheiden allerdings läßt
sich die Frage der Abgrenzung unseres Bestandes gegen die folgende Periode Hallstatt C.
Daß lokal, insbesondere bei Siedlungsmaterial mit einer nach Hallstatt C überhängenden
Urnenfelderfazies gerechnet werden kann, ist bei früheren Nennungen einschlägigen
Materials aus Tauberbischofsheim 22) gelegentlich angedeutet worden. Auch unser Fund-
bestand enthält Hinweise in dieser Richtung. Bei der geringen Kenntnis des urnenfel-
derzeitlichen Siedlungsmaterials aus dem Frankenland und dem völligen Fehlen einer
Übersicht über die Hallstattzeit dieses Raumes, können diese Fragen nur eben ange-
deutet werden.
D. Ältere Kaiserzeit
Fundpunkt 17. Siehe unter Urnenfelderzeit.
Funde: Taf. 58, 1—6:
1. Randscherben einer dickwandigen Schale mit eingezogenem, durch Kerben verziertem Rand.
Dicht gemagerter Ton von mäßigem Brand. Außenseite mindestens im Oberteil geglättet, röt-
lichbraun. — 2. Randstück, einer dickwandigen, weitmündigen Schüssel mit einwärts verdicktem,
außen durch Rille abgesetztem Rand. Dicht gemagerter Ton von mäßigem Brand, außen stumpf
geglättet, graubraun; Randdm. etwa 25 cm. — 3. Weitmündige Schüssel mit schwach gewölbter
Wand. Rand nach innen verdickt und einwärts fallend, flach abgestrichen, außen durch Stufe
abgesetzt. Ansatz eines Henkels unbekannter Form. Dicht gemagerter Ton von hartem Brand.

18) Vgl. etwa: Peschek, Katalog Würzburg I, wo aus neun genannten Siedlungen ein ein-
ziges Stück abgebildet wird. — Einzelnes abgebildet Bad. Fundber. 20, 1956, 211 f. mit
Taf. 42 B und 216 f. mit Taf. 48 D. — 21, 1958, 247 mit Taf. 73.
1B) Bad. Fundber. 21, 1958, 93 ff.
20) Ebenda, 243 f.
21) Vgl. Seewald a. a. O. 104.
22) Vgl. Anm. 18.
 
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