Bickell, Ludwig [Editor]
Die Bau- und Kunstdenkmäler im Regierungsbezirk Cassel (Band 1): Kreis Gelnhausen: Textband — Marburg, 1901

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Aufenau^ Beilstein.

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spitzbogige hohlprofilirte, darüber neuere grosse runde Sehallöffhungen. Ob er ursprünglich die jetzige Höhe
gehabt; lässt die dieke Tünehe des ganzen Baues nicht erkennen.

Die 1869 und noch 1881 vorhandene stylvolle und handwerklich tüchtige Innenausstattung von 1755,
hat einer neuen, mit gothisirenden, fragwürdigen Gebilden, leider weichen müssen. Von derselben war der
grosse reiche Barockaltar und die Orgel besonders bemerkenswert!), und die flache Decke des Schiffes besass
eine Vertäfelung mit einzelnen länglich achteckigen Feldern, in welchen theils ornamentale, theils allegorische
Malereien auf Leinwand eingesetzt waren.

In dem umfänglichen Barockaltar steckte noch die alte spätgothische .Mensa, welche für den neuen
gothisirenden Hochaltar beibehalten ist.

Die Orgel mit geschweifter Front war besonders reich und zierlich geschnitzt, ist aber vollständig
zerstört, wie alles andere.

Ein Triptychon mit Tafelgemälden auf Holz, der Aufsatz des mittelalterlichen Hochaltares, war vor der
letzten Restauration an der Südwand befestigt und ist jetzt im katholischen Pfarrhause aufbewahrt. Es ist
schlecht erhalten und durch die jetzige ungeeignete Aufbewahrung gefährdet. Die Aussenseite, fast unkennt-
lich, stellt die Verkündigung dar, auf der Innenseise ist auf gemustertem (geschnittenem) Goldgrund im Mittel-
feld die Krönung Maria dargestellt. Sechs Engel mit Harfe, Laute, Psalter, Orgel, Cymbel und Triangel um-
schweben die Hauptgruppen, während zu beiden Seiten je drei Apostel stehen, links Markus mit einem Kreuz,
Johannes mit dem Schlangenbecher, Petrus mit dem Schlüssel; rechts Paulus mit dem Schwert, Mathäus mit
einer Lanze, Thomas mit einem Buch. Auf den Flügeln stehen die übrigen sechs Apostel, deren Namen in
Majuskeln in den Heiligenscheinen zu lesen sind. Line Jahreszahl oder Monogramm fehlt, doch dürfte dem
Styl der Figuren naeh das Werk um die Mitte des 15. Jahrhunderts, und zwar in einer mittelrheinischen
Werkstatt entstanden sein.

Leider war eine genügende photographische Aufnahme bei dem sehr schlechten Zustand des stark
zersprungenen Kreidegrundes nicht zu erzielen.

Von altem Kirchengeräthen ist zu erwähnen:

Ostensorium aus Silber. Auf vergoldetem Kelchfuss erhebt sich ein mit Krystall verkleidetes Kreuz;
welches eine Kreuzparrlke] einschliesst, und mit dem emaillirten von Forstmeister'schen Wappen geschmückt
ist. Oben ist ein Fragment eines älteren profanen Schmuckstückes aufgelöthet. Das Oefäss stand in einer
von gemalten Wappen und Ornamenten umgebenen Nische links vom Hochaltar und dürfte der Erneuerungs-
periode um 1748—55 angehören.

Glocken. Die grösste hat in lateinischen Grossbuchstaben die Inschrift:

FRANZ ■ LVDWTG • V- FORSTMEISTER • V- Z . GELNHAVSLX ■ GER- H Z. AUFENAV• V- NEUDORFF
IN- GOTTES • NAHMEN- FLOSS• ICH■ JOHANN - PETER- BACH- IX - WINDECKEN- GOSS - MICH ■ 1749.

Die mittlere hat dieselbe Inschrift, jedoch den Giossmiamen JOHAN • ANDREAS - LACH U.S.W. 1748.
Die kleinste FRANZ- LVDWIG- V- FORSTMEISTER • JOHANN- PET El! • BACH- IX- WINDECKEN
GOSS- MICH- 1749.

Die Kirche enthält eine Reihe von Grabdenkmälern der von Forstmeister, welche bei der Restauration
meist beseitigt sind. Sie stammten zumeist aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Beilstein.

Burgruine auf einer kleinen steilen Basaltkuppe an der Grenze des sog. Orber Reissigs, zwischen
den Dörfern Lettgenbrunn und Villbach. Der Name in der älteren Fassung „bilstein" wird von Arnold (p. 482)

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