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Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 2.1898

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https://doi.org/10.11588/diglit.6385#0241

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420

A telier-Nachrich ten.


Wettbewerb V: Vorsatzpapier. ii. Preis. erich kleinhempel-dresden.

Ludwigs-Brücke in München.
Er gewann den I. Preis und die
Ausführung. Kaufmann erhielt,
nachdem er sich hier als deko-
rativer Plastiker bewährt hatte,
den Auftrag, figürliche Dar-
stellungen für den Münchener
Justizpalast und den Giebel der
Hypotheken - Bank daselbst zu
schaffen. Die letztgenannten
Figuren betrachtet der Künstler
wegen ihrer ungeheuerlichen
Dimensionen als nicht ganz ge-
lungen, so dass sie, wie er sich
uns gegenüber ausdrückte, stets
Gegenstand seiner bildhaue-
rischen Gewissensbisse bleiben
werden. — In neuester Zeit be-
schäftigt sich Kaufmann vor-
zugsweise mit Kleinplastik,
Bronzestatuetten, Plaketten und
Medaillen, darunter die von uns
in Heft 5 abgebildete Böcklin-
Medaille, die allerdings in der
Ausführung etwas übereilt wurde.
Sie zeigen seine glückliche Hand
auch auf diesem Gebiete. — Die
beiden in diesem Hefte abge-
bildeten Werke befinden sich
gegenwärtig auf der secessio-
nistischen Ausstellung in Mün-
chen. Die den Spiegel tragende
Figur ist in Bronze gegossen,
die Schmuckschale aus ge-

ÄlELIER-NACHRICtiTEN.
HUGO KAUFMANN, einer der begab-
testen Bildhauer der jungen Münchener
Schule, welchem wir den graziösen Spiegel
mit Schmuckschale auf Seite 388 und die
eigenartige Frauenbüste auf Seite 389 ver-
danken, erhielt seine erste künstlerische Aus-
bildung als Ciseleur auf der Akademie zu
Hanau und in der Frankfurter Gewerbeschule
unter Wiedemann. Sodann wurde er Schüler
Kaupcrt's im Städel'schen Institute und später-
hin Ruemann's an der Akademie zu München.
Er debutirte erfolgreich bei der Konkurrenz
um die skulpturale Ausschmückung der

schliffenem Onyx. — Möge der
begabte Künstler auch in Zukunft seine
Thätigkeit, die er ja als Ciseleur begonnen
hat, den Zierkünsten zuwenden!
/^TTO RIETH, Prof.—Berlin, von dessen
genialer Hand wir hier eine grosse
Reihe Architektur-Skizzen bringen, werden
wir später unter Veröffentlichung ausge-
führter Monumental-Bauten einen eingehen-
den Aufsatz widmen. Mit dieser Darbietung
hoffen wir, einen umfassenden Einblick in
Rieth's künstlerische Thätigkeit auch jenen
zu gewähren, die Rieth nur aus seinen zahl-
losen Skizzen kennen gelernt haben.
Die Redaktion.
 
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