Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 2.1898

Page: 234
DOI article: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1898/0044
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
234

//. E.

von Berlepsch 's


Lob. Erwähnung.

W. ZAISER—DÜSSELDORF.

anfertigte und alsdann auf dieses eine billige
Massen-Erzeugniss in der ganzen Welt
herumreiste und — reissenden Absatz fand.
Wir wollen hiermit in keiner Weise veran-
lassen, dass die kommerziellen Faktoren mehr
als die künstlerischen in den Vordergrund
gerückt werden sollen. Im Gegentheil, wir
wollen, unserem Programm entsprechend,
ein siegreiches Auftreten der deutschen
Kirnst. Allein wie das angeführte Beispiel
aus der Praxis eines unserer erbittertsten
Konkurrenten zeigt, müssen wir niemals, und
vor allem nicht bei Beschickung der Pariser
Welt-Ausstellung, vergessen, dass wir auch
die künstlerischen Fähigkeiten, die Talente
fördern müssen, die den auf dem Weltmarkte
eigentlich den Ausschlag gebenden Erzeug-
nissen Formen und Konstruktionen ersinnen,
welche denen des Auslandes überlegen sind.
Drum nochmals, allerunmassgeblichst: Wett-
bewerbe für einfache aber zugleich künstlerisch
werthvolle Erzeugnisse unseres nationalen
Kunstgewerbes, damit auch unser gebildeter
Mittelstand mehr als bisher Gelegenheit

findet, wahre Kunst in seinem Heime zu
entfalten!
*
1X/TODERNE BUCH-EINBÄNDE. Die
-!■»-*- Entwürfe zu Bucheinbänden, die //. &
v. Berlepsch nebst einigen dazu gehörigen
Pflanzenstudien im Münchener Kunstverein
ausgestellt hatte, sind ein interessanter und
belehrender Beitrag zum Kapitel »Neues
Kunstgewerbe«. Sie fanden beim Publikum
um so mehr Beachtung und Heifall, als die
»angewandte Kunst« in den Räumen des
Kunstvereins ein seltener Gast ist. Aber
auch abgesehen von diesem äusseren Umstand
verdienten - und lohnten diese Arbeiten
eine nähere Betrachtung im vollsten Masse.
Denn wenn sie schon für sich genommen
durch den Reichthum anmuthiger Motive,
durch schöne Farbenwirkung und gute
Flächenausnutzung den Blick erfreuten, so
konnten sie jedem, der sehen wollte, auch
über das Prinzipielle der neuen Ornamentik
manchen Aufschluss geben. In dieser Hin-
sicht waren die beigefügten Studien besonders

>

•Lob. Erwähnung.

A. ALTSCHUL—FRANKFURT A. M.
loading ...