Hannig, Henner [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,1): Landkreis Hannover — Braunschweig, 1988

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Vorwort

Der die Landeshauptstadt Hannover umschließende gleichnamige Landkreis entstand erst
bei der Verwaltungsreform 1974, vorwiegend aus den ehemaligen Kreisen Hannover, Burg-
dorf, Neustadt am Rübenberge und Teilen des Kreises Springe, die ihrerseits die alte, bis
1885 bestehende Ämterverwaltung abgelöst hatten. Der Landkreis Hannover wurde damit
zu dem nach Zahl der Einwohner größten Landkreis des Flächenstaates Niedersachsen.
Wenn auch sein Gebiet nicht mit den historischen Territorialgrenzen identisch ist, umfaßt
es doch das „Kernland“ des ehemals welfischen Fürstentums Calenberg mit der wichtigen
Residenz Landestrost in Neustadt und mit der namensgebenden Feste, die einst am
Leineübergang gegen die hildesheimischen Bischöfe die welfische Position zu behaupten
hatte. Mit der Verlegung der Residenz nach Hannover 1636 und der Übernahme der
Kurwürde 1692 trat das „Haus Hannover“ endgültig die Vormachtstellung im niedersächsi-
schen Raume an.
Dieses umfangreiche Gebiet war nicht in einem Normal-Band der Denkmaltopographie
unterzubringen, so daß aus Gründen der Handhabbarkeit und Übersichtlichkeit eine Tei-
lung erfolgen mußte.
Der jetzt vorgelegte erste Teilband des Landkreises Hannover behandelt den südlichen
Bereich mit dem waldreichen Höhenzug des Deisters im Südwesten, der fruchtbaren vor-
gelagerten Lößzone und schließlich dem Leinetal mit seiner feuchten Flußniederung. In
dem hauskundlich besonders interessanten Gebiet überlagern sich Einflüsse des Weser-
raumes mit denen des Mitteldeutschen Haustyps und des Niederdeutschen Hallenhau-
ses.
Der Landkreis Hannover war sich innerhalb seiner Verwaltung der besonderen historischen
Bedeutung des Calenberger Landes schon immer bewußt und begann frühzeitig - noch
vor Inkrafttreten des Niedersächsischen Denkmalschutzgesetzes (1979) - mit der flächen-
deckenden Erfassung der geschichtlich bedeutsamen Bausubstanz durch einen eigens für
diesen Zweck eingestellten Mitarbeiter. Der auf der Grundlage dieser Erfassungsarbeit
erstellte Verzeichnisvorschlag wurde nach Abstimmung mit dem Institut für Denkmalpflege
1986 an die Bezirksregierung Hannover weitergereicht, die 1987 die Benachrichtigung der
Eigentümer durchführte. 1988 wurde das Verzeichnis der Baudenkmale im „Amtsblatt für
den Landkreis Hannover“ veröffentlicht.
Die Denkmaltopographie ist die Dokumentation des Denkmalbestandes und dient der
Begründung der Ausweisung. Entsprechend dem Ziel dieser Reihe verfolgt die Darstellung
die Absicht, den Denkmalbestand in den größeren entwicklungsgeschichtlichen und räum-
lichen Zusammenhang einzubinden. Um dennoch ein leichtes Auffinden einzelner Objekte
zu gewährleisten, wird diesem Band erstmals ein umfassendes, das Denkmalverzeichnis
ersetzendes Register beigegeben. Mit der typographischen Hervorhebung der behandel-
ten Objekte wird dem Wunsch nachgekommen, auch eine katalogartige Erschließung des
Denkmalbestandes zu ermöglichen, ohne den auf weite Zustimmung gestoßenen grund-
sätzlich topographischen Darstellungsansatz zu verlassen.
Dieser Band der Denkmaltopographie verdankt sein Erscheinen in besonderem Maße dem
Engagement der Verwaltung des Landkreises, insbesondere der außerordentlichen Aufge-
schlossenheit seines Oberkreisdirektors Herbert Droste, dem hier nachdrücklich gedankt
sei. Nicht nur die Erfassungsarbeiten wurden vom Landkreis durchgeführt: auch die Bear-
beitung des Bandes lag in seinen Händen. Den Text verfaßte der mit der Inventarisation
betraute Mitarbeiter, die Bildvorlagen und den Kartenteil einschließlich der kartographi-
schen und reprotechnischen Vorarbeiten erstellte die entsprechende Abteilung der Kreis-
verwaltung. Darüber hinaus wurden neben den Landesmitteln vom Landkreis Hannover
finanzielle Unterstützung für die Drucklegung des Bandes gewährt. Die Kreissparkasse
Hannover leistete durch den Ankauf von 500 Exemplaren einen erheblichen Beitrag. Ihnen
allen sei hiermit herzlich gedankt.
Prof.Dr. Hans-Herbert Möller
Landeskonservator

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