Hannig, Henner [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,1): Landkreis Hannover — Braunschweig, 1988

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Hallenhauses mit dem des durch den Ern-
haustyp geprägten quererschlossenen
Wohnhauses in sich vereinigt.
In dem Siedlungssplitter Thiedenwiese wur-
den die Wirtschaftsgebäude um die Mitte
des 19. Jh. in Bruchsteinmauerwerk erstellt.
Einziges Baudenkmal in Thiedenwiese ist
das Wohnwirtschaftsgebäude GÖTTINGER
LANDSTRASSE 3, ein Vierständerhallen-
haus unter Halbwalmdach aus dem Jahre
1791, das als Posthalterei diente.
Ortskarte Seite 128/129
RONNENBERG-BENTHE

Benthe liegt westlich von Hannover, etwas
abseits der Hauptverkehrswege am Südost-
hang des Benther Berges, der schon früh-
zeitig als Siedlungsstätte genutzt wurde,
wie bronzezeitliche Grabhügel belegen. Zur
Zeit der ersten schriftlichen Überlieferung
von 1185 war Benthe, damals Bennethe
genannt, dem Grafen von Schaumburg ver-
pflichtet und geriet um die Mitte des 14. Jh.
in die Hände der Welfen. Die dort ansässige

Adelsfamilie waren die von Benthe, deren
Ursprung für das 12. Jh. angenommen wird
und die im 17. Jh. untergingen.
Sieben Kreuzsteine, die sogenannten Sie-
ben Trappen, deren ursprünglicher Stand-
ort nicht mehr genau zu belegen ist, stehen
in einem kleinen Wegzwickel, der sich an
der Gabelung der SIEBEN-TRAPPEN-
STRASSE und der Hermann-Löns-Straße er-
gibt.
Die am westlichen Dorfrand liegende groß-
flächige Gutsanlage prägt das Dorfbild ent-
scheidend. Das als Gruppe baulicher Anla-
gen ausgewiesene Gut AM WALLTEICH 1
mit dem Herrenhaus, dem Haupthaus, den
Nebengebäuden und der Gartenanlage
wurde leider durch die Bebauung in den
letzten Jahren in seiner ursprünglichen Be-
deutung stark beeinträchtigt. Die axiale
Ausrichtung der Hofzufahrt auf das zweige-
schossige Herrenhaus nahe dem kleinen
Teich ist deutlich erkennbar. Das stock-
werksartig abgezimmerte, früher mit Sand-
steinplatten behängte Wohnhaus auf recht
hohem Kellergeschoß mit zweiläufig vorge-
legter Sandsteintreppe ist durch neun Fen-

sterachsen und den mittigen Eingang
streng symmetrisch gegliedert. Die Abzim-
merung läßt vermuten, daß das Gebäude in
der 2. Hälfte des 18. Jh. entstand. Der
westlich gelegene Wirtschaftshof konnte
trotz des Abrisses der giebelständig zur
Straße gelegenen Längsdurchfahrtsscheu-
ne und des Baues von Einfamilienhäusern
seine ursprüngliche Geschlossenheit be-
wahren. Sie ist gegeben durch die großen
Gebäudekörper, die Stellung der Gebäude
zueinander und die einheitlichen Materialien
wie Ziegel und Eichenfachwerk. Dominie-
rend ist das riesige Hallenhaus in Vierstän-
derbauweise unter Halbwalmdach mit in
roten Ziegeln ausgemauerten quadrati-
schen Gefachen. Bemerkenswert ist die Ab-
zimmerung des über Balkenstummeln und
Giebelschwellbalken flach vorkragenden
Wirtschaftsgiebels. Das'Gebäude ist im Die-
lentorbalken datiert 180?. Durch das Innen-
raumgefüge mit dem Kammerfach über ton-
nengewölbtem Kellerraum und durch das
konstruktive Gefüge mit den Kopfbändern
in der Diele sowie den kräftigen Luchtbal-
ken, kommt diesem Gebäude eine beson-
dere denkmalpflegerische Bedeutung zu.

Benthe, Sieben-Trappen-Straße 25,
Kreuzsteine, Die 7 Trappen


Benthe, Am Wallteich 1, Gut, Herrenhaus


Benthe, Am Wallteich 1, Gut
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 180? Scheune, 1754


+

Benthe, Am Steinweg 1,
Kapelle, um 1700


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