Hannig, Henner [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,1): Landkreis Hannover — Braunschweig, 1988

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ausgemauert. Die Abzimmerung und der
schmucklose Wirtschaftsgiebel sind typisch
für die Bauten aus dem Beginn des 19. Jh.
Die eingeschossigen Nebengebäude, z.T.
in Fachwerk, z.T. in Ziegel, und die Laub-
bäume lassen den ursprünglichen Charak-
ter dieser Anlage erkennen. Nördlich der
Eisenbahn direkt an der Ortsdurchfahrt liegt
die Hofstelle HEERSTRASSE 41. Das trauf-
ständige Hallenhaus in Vierständerbauwei-
se ist das älteste datierte Haus in Winning-
hausen von 1759. Bemerkenswert ist die
Wandgliederung des dreimal flach vorkra-
genden Wirtschaftsgiebels mit den rhom-
benartig angeordneten Windstreben im Gie-
beldreieck. Diese Abzimmerung findet sich
auch bei dem Hallenhaus der Hofstelle
DÜSTERSTRASSE 5 wieder. Dieser Vier-
ständerbau ist am westlichen Dorfrand ver-
mutlich von demselben Zimmermann fünf
Jahre später 1764 erbaut worden. Sein stei-
ler Wirtschaftsgiebel hat quadratische, ver-
putzte Gefache. Die vorgelagerte Längs-
durchfahrtsscheune unter Satteldach und
mit roten Ziegeln hat ausgemauerte Ge-
fache.
Ortskarte Seite 102/103

Wichtringhausen, Rittergut 1,
Rittergut



Winninghausen, Düsterstraße 5,
Scheune, 1846 Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1746

GEHRDEN-DITTERKE

Die Ortschaft wurde in einer Urkunde von
1208 zum ersten Mal als Ditriche erwähnt.
Die Gründung erfolgte bereits in der zwei-
ten Hälfte des ersten Jahrtausends. Zu den
Lehnsherren der Ditterker Bauern gehörten
der Bischof von Minden, die Grafen von
Schaumburg, die Abtei von Wunstorf und
seit dem 17. Jh. das Haus der Welfen. Die
ersten Höfe des kleinen Wohnplatzes, der
aus einer Wachstation hervorging, lagen
zwischen dem nördlich vorbeiführenden
Helweg und der im Süden begrenzenden
feuchten Niederung der Haferriede. Um
1680 lebten fast alle Bewohner Ditterkes
von der Landwirtschaft. Man zählte damals
4 Vollmeier, 2 Halbmeier, 5 Kötner und
3 Beibauern. Um die Kapelle, die leider ver-
schwunden ist, sollen die Häuser der Vieh-
und Schweinehirten gestanden haben.
Die landwirtschaftlich genutzten Hofanla-
gen in Ditterke wurden durch die Entwick-
lung der letzten Jahre stark verändert. Nur
wenige Gebäude entlang der heutigen Bun-
desstraße 65 lassen erahnen, wie die Ort-

Wichtringhausen, An der Windmühle 26,
Holländergaleriewindmühle, 1819


Winninghausen, Heerstraße 41,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1759


schäft früher aussah. Hier sind besonders
hervorzuheben die zur Dorfschule umge-
baute alte Kapelle BUNDESSTRASSE 16
mit der 1662 datierten Glocke im Dachreiter
und das Hallenhaus der Hofanlage BUN-
DESSTRASSE 13, ein später Vierständer-
bau aus dem Jahre 1873, der in den achtzi-
ger Jahren verändert wurde. Die ehemalige
Scheune der Hofanlage BUNDESSTRASSE 4
wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jh. als
Altenteiler umgenutzt. Das zweigeschossi-
ge Wohnhaus der Hofanlage BUNDES-
STRASSE 10 - ein Ziegelbau - stammt aus
der Zeit um 1900.
Aus dem Vollmeierhof 1, dem ehemaligen
alten Krug, in dem seit 1766 Korn gebrannt
wird und der die letzte Ausspannstation am
Helweg vor Hannover war, ging die spätere
Brennerei Garben hervor. Wie aus alten
Haushaltsbüchern zu ersehen ist, stammen
Teile der Hofanlage aus der Zeit vor dem
Dreißigjährigen Krieg. Die Hofanlage mit der
Kornbrennerei in der ERICH-GARBEN-
STRASSE 1 zeigt uns als Gesamtheit bauli-
cher Anlagen mit ihren zahlreichen Umbau-
ten und Ergänzungsbauwerken die Verän-

Ditterke, Bundesstraße 16,
ehern. Schule, Kapelle, 1845


Ditterke, Bundesstraße 10,
Hofanlage, Wohnhaus, um 1900


Ditterke, Bundesstraße 13,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1873


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