Hannig, Henner [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,1): Landkreis Hannover — Braunschweig, 1988

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Zwischen den Hofanlagen in der EULEN-
FLUCHT 1 steht die kleine Fachwerkkapel-
le, das älteste Gebäude in Weetzen. Der
schlicht abgezimmerte Bau mit weiß ver-
putzten Gefachen unter Satteldach mit
Walm über dem Westgiebel und quadra-
tischem Dachreiter über dem Ostgiebel
stammt nach der Abzimmerung vermutlich
aus dem 18. Jh. In der Literatur wird die
Kapelle dem 17. Jh. zugeordnet und die
Glocke auf das Jahr 1631 datiert.
Von dem ehemaligen Kalibergwerk, das in
den siebziger Jahren aufgegeben wurde,
sind einige Bauten in der Bröhnstraße übrig
geblieben. Das ehemalige Verwaltungsge-
bäude BRÖHNSTRASSE 47 wird heute als
Wohnhaus genutzt. Trotz der Veränderung
der Fensteröffnungen im Erdgeschoß hat
das zweigeschossige Bauwerk unter Halb-
walmdach mit Mittelrisalit und acht Fenster-
achsen, von denen je zwei durch Lisenen
zusammengefaßt sind, seinen Charakter er-
halten. Unverändert ist das eingeschossige
Werksgebäude mit Drempel, das direkt hin-
ter dem Verwaltungsgebäude liegt. Der
massive Putzbau unter Satteldach ist durch

rundbogige Fenster und Lisenen in Klinker
vertikal gegliedert. Aus der Zeit um 1915
stammt die ehemalige Werksvilla in der
BRÖHNSTRASSE 49, ein massiver Putzbau
unter vielgliedrigem Dach mit Erkern, Gau-
ben und Eingang unter kleinem Satteldach.
Sein Bild ist noch durch die Sprossenauftei-
lung der Fenster aus der Zeit seiner Entste-
hung geprägt.
In der Bahnhofstraße entstanden neben
dem massiven Empfangsgebäude, BAHN-
HOFSTRASSE 7A, von 1910 mit Eckquade-
rung und Fachwerk im Obergeschoß weite-
re Wohnhäuser, z.T. verputzt oder in Ziegel.
Als einer der ältesten Bauten dieser Phase
ist der schlichte zweigeschossige Ziegel-
bau BAHNHOFSTRASSE 1 mit umlaufen-
den Geschoßgesims unter Satteldach um
1880 erwähnenswert.
Ortskarte Seite 136/137

SEELZE-ALMHORST

Almhorst wurde 945 erstmals urkundlich als
Elmenhurst und später als Almenhurst er-
wähnt. Eine hier schon Mitte des 13. Jh.
untergegangene Adelsfamilie von Almen-
hurst gab dem Dorf seinen Namen. Die
Höfe waren vorwiegend dem Kloster von
Marienwerder abgabepflichtig. In der nähe-
ren Umgebung fielen einige Dörfer wüst,
deren Bewohner in Almhorst neu siedelten.
Das ehemalige Gut Hartrehre soll an der
Stelle der heutigen Windmühle gestanden
haben, die leider in den letzten Jahren ver-
fällt. Um 1800 gab es in Almhorst 5 Halb-
meier, 8 Großkötner, 9 Kleinkötner und
mehrere Anbauern und Brinksitzer.
Die Kurhannoversche Landesaufnahme von
1781 zeigt den alten Ortskern mit dem
erhaltenen Baubestand aus dem 18. und
19. Jh. Nach ihren Abzimmerungen, den
Gebäudeproportionen und den Schmuck-
elementen kann man diese Häuser in zwei
Gruppen einteilen. Die älteren Häuser der
ersten Gruppe stammen aus der zweiten
Hälfte des 18. Jh. Es sind in ihren Proportio-


Weetzen, Eulenflucht 5,
Wohnhaus, um 1900

Weetzen, Bröhnstraße 47, ehern. Kaliwerk, 1900

Weetzen, Bröhnstraße 49, Wohnhaus, um 1915


Weetzen, Bahnhofstraße 1,
Wohnhaus, um 1880


Weetzen, Bahnhofstraße 7 A,
Bahnhof, um 1910


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