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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0180
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derinnengerüst Nr. 19, das allerdings die Vari-
ante des gerasterten Giebelfeldes aufweist.
1725 war es unmittelbar im Jahr nach dem
Großbrand im Kernbereich entstanden.
Das nach seiner Bauinschrift im Jahr „1685”
abgezimmerte Dreiständerhallenhaus Nr. 3 D
lag hingegen ursprünglich nicht am Eiermarkt,
sondern wurde erst 1982 von der Von-Alten-
Straße (Nr. 20) an seinen heutigen Standort ver-
bracht. Anders als das Kammerfach, das noch
die zeittypische Zweigeschossigkeit durch den
Einschub einer Balkenlage aufweist, präsentiert
sich der Wirtschaftsgiebel in ungewohnter
Weise bündig abgezimmert und gleichmäßig
gerastert.
Die Bauweise des 19.Jh. dokumentiert schließ-
lich der ehemals als Altenteiler genutzte Vier-
ständerbau Nr. 13, ein gedrungener, ebenfalls
bündig abgezimmerter Fachwerkbau.
Wie die vorab benannten Straßen Eiermarkt,
Heinrich-Wöhler-Straße und In der Meineworth,
so wurden auch die östlich des historischen
Marktplatzes verlaufenden Straßen aufgrund
feuerpolizeilicher Erwägungen entscheidend
reguliert. Bereits 1724 erhielten die Von-Alten-
und Hannoversche Straße ihre heutige Struktur,
den gerade und breiten Verlauf (1908/10: letzt-
malige Verbreiterung auf 14 Meter) gegen
Nordosten bzw. Südosten, nachdem das Feuer
am 18. April dieses Jahres in der Schmiede der
Von-Alten-Straße seinen verheerenden Aus-
gang nahm. Dabei ermöglichte die imposante
Breite der Straße, sie im Zuge der jüngst erfolg-
ten Ortssanierung als neues Zentrum und
Fußgängerzone Großburgwedels umzustruktu-
rieren.
Das überkommene Wohnhaus der Schmiede
entstammt wohl noch der Zeit vor dem
Wiederaufbau (Nr. 16), wie an der Konstruktion
des Wohnteiles erkennbar (wohl 1. Hälfte
18.Jh.); vermutlich baute man es erst 1859 zum
Vierständerbau aus und zimmerte den bündi-
gen, klar gegliederten Wirtschaftsgiebel ab, der
sich in ähnlicher Struktur bei den Hallenhäusern
Nr.18,19 (Wohnteil 2. Hälfte 18.Jh.) und Nr. 21
wiederholt (alle um 1840/50 neu bzw. umge-
baut).
Den Baubestand der Von-Alten-Straße ergän-
zen der heute verputzte Wandständerbau Nr.
23 und der zehnachsige Ziegelbau Nr. 4, des-
sen straßenseitige Traufe, eine durch Ge-
schossgesimse und profilierte Fenstergewände
aufgewertete Putzfassade, klassizistische
Stilanleihen zeigt.
Folgt man dem Straßenverlauf gegen Osten, so
führt der Weg zum historischen Ortsfriedhof
(Thönserstraße), den man 1824 nachweislich
aufgrund hygienischer Bedenken nunmehr am
östlichen Rand der Siedlung eröffnete. Den auf
rechteckiger Parzelle eingerichteten, im 20.Jh.
gegen Süden vergrößerten Bestattungsplatz
dominiert eine backsteinerne Aussegnungs-
kapelle, ein durch Strebepfeiler und gedrückte
Spitzbogenfenster belebter neugotischer
Saalbau unter Satteldach (um 1895/1905).

Großburgwedel, Von-Alten-Straße, Blick von Südwesten


Großburgwedel, Von-Alten-Straße 4, Wohngeschäftshaus, Blick von Nordwesten



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