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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

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https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0190
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Mit einem durch Zwerchhäuser akzentuierten
Doppelhaus endet die kleine Reihe älterer
Bauten Fuhrbergs. Vermutlich wurde das einge-
schossige Fachwerkgebäude Celler Str. 24/26
bald nach 1800 direkt als Forsthaus errichtet
und als solches bis in die Nachkriegszeit hinein
kontinuierlich genutzt; im 19.Jh. war es eines
von sechs der Oberförsterei Fuhrberg unterste-
henden Förstereien.
Schließlich blieben von den einst zahlreich ver-
tretenen Backhäusern nur noch zwei Exemp-
lare weitgehend unbeschadet erhalten, das
massive, durch ein Deutsches Band gestaltete
Backhaus der Hofstelle Dorfstraße 11 und das
heute zum Wohnhaus umgenutzte und massiv
ausgefachte Backhaus Hannoversche Straße
3a, das man in jüngerer Vergangenheit um drei
Joche verlängerte. Beide entstanden gegen
Ende des 19. Jh. und wurden in typischer Weise
an den Rand der Hofstellen gesetzt.
Als ein im Landkreis Hannover einzigartiges und
für die örtliche Wirtschaftsgeschichte zugleich
aussagekräftiges Baudenkmal ist eine proviso-
risch anmutende, quadratische Anlage im
Fuhrberger Wald mit zirka 35 Metern Seiten-
länge hervorzuheben (2. Hälfte 19.Jh.). Hierbei
handelt es sich um einen der gerade für das
moor- und heidenahe Fuhrberg typischen
Bienenzäune, schlichte aus Holz errichtete
sowie holzverschalte Gevierte, die über ein Tor
zu betreten und zu schließen waren. Hinter der

Holzverschalung ziehen sich einfache Stellagen
entlang, in die man die Bienenkörbe einstellte,
gegen Licht und Witterung durch ein Pultdach
geschützt.
BURGWEDEL/KLEINBURGWEDEL

Die Namensverwandtschaft dieser unmittelbar
nordöstlich Großburgwedels gelegenen Sied-
lung, die nachweislich eine alte Burg besaß,
veranlasste einige Forscher, in Kleinburgwedel
eine Art Vorburg bzw. Vorwerk zu sehen. So
ließe die regelmäßige Straßenanordnung
Kleinburgwedels eine planvolle Anlage des
Dorfes vermuten und tatsächlich befand sich
bis Ende des 19.Jh. im Verlauf der heutigen
Wallstraße ein Steinwall, den man erst bei der
Chaussierung dieser Straße im 19. Jh. zerstörte.
Entsprechend alt ist auch die Geschichte des
Dorfes, das 1310 als „parvo [klein] Borchwede”
bzw. 1320 als „lutteken Borchwede” in den
Quellen erscheint.
Nach der Planzeichnung der Kurhannover-
schen Landesaufnahme lag Kleinburgwedel,
Teil des „karspel to Borchwede” (Kirchspieles
Großburgwedel), gegen Ende des 18.Jh. einge-
bettet zwischen weiten Moor- und Heideflä-
chen, die sich vornehmlich im Westen und
Norden erstreckten. Zwischen der „Burgwedel-

sche[n] Heide” und dem „Grunnen Moor” ver-
mittelte damals das weitläufige Sprillgehege,
durch Wälle umhegtes herzogliches Jagdrevier,
die Ostgrenze des Dorfes bezeichnete der
Königliche Rahden, ein landesherrlicher Forst.
Bereits diese Zusammenstellung lässt erahnen,
dass die Kleinburgwedeler Bauern (1770: 42
Höfe) als Heidebauern von der Schafzucht leb-
ten, wobei der starke Verbiss der in der Heide
weidenden Tiere den Austrieb honigender
Jungtriebe förderte, die wiederum die Bienen-
zucht intensivierten. Nach der Aufforstung der
Heide im 19.Jh. und der Intensivierung von
Rinder- und Schweinezucht wandelte sich ver-
mutlich das Gesicht des Dorfes, in dessen
Gemeindegebiet die Königl.-Preuss. Landes-
aufnahme 1899 noch sechs Bienenzäune ver-
zeichnete; dennoch gab man bereits 1892 die
Bienenhaltung auf.
Die Ortsstruktur des Haufendorfes blieb hinge-
gen unverändert, lediglich an den Rändern sind
geringe Ausweitungen zu erkennen; möglicher-
weise geschah dies infolge des Brandes 1808,
der 26 Gebäude bzw. insgesamt ein Viertel des
Dorfes vernichtete. Um die Feuergefahr fortan
zu minimieren, verwies man die abgebrannten
Höfner damals an die Ortsrandlagen.
Wie in fast allen Burgwedeler Dörfern setzte
auch in Kleinburgwedel mit der Nachkriegszeit


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