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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0249
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tionsdetail der leicht gebogenen, geschossho-
hen Schrägstrebe. Der Wandständerbau unter
Halbwalmdach wurde um 1985 ab- und wie-
deraufgebaut, wobei man auch den massiven
Ofenanbau wiederherstellte.
Bis heute ist die einstige Nutzung des randlich
zum Harmshof gelegenen Gebäudes Nr. 2 nicht
eindeutig geklärt. Der schlichte Wandständer-
bau aus der 1. Hälfte des 19.Jh. weist als archi-
tektonische Besonderheit eine Raseneisen-
steinunterkellerung (obere Lagen aus Ziegel)
auf, während sich im Erdgeschoss ein Ofen
befand. Da für eine Nutzung als Backhaus eine
derartige Unterkellerung überflüssig erscheint,
liegt es nahe, hier eine Töpferei zu vermuten,
insofern hier gleichermaßen gebrannt und kühl
getrocknet werden konnte.
Die modern verdichtete Harmshofbebauung
ergänzt eine Längsdurchfahrtsscheune der Zeit
um 1760/80 (Nr. 7), die als Pfarrscheune in
Sehnde-Wassel (Kirchweg 1) entstand. 1985

Kirchhorst, Harmshof 8, ehern. Speicher, Schnitt, Bauaufnahme 1988, Architekt Eva-Maria Eilhardt


Kirchhorst, Moorweg 6, Wohnwirtschaftsgebäude von „1688"


wurde sie an ihren heutigen Standort translo-
ziert und gesamtheitlich zu Wohnzwecken
umgenutzt; als moderne Zutaten geben sich
daher die Dachgauben und die großzügige
Durchfensterung zu erkennen.
Die an den Harmshof grenzende Hofstelle
Moorweg 6 dominiert ein 1688 (Bauinschrift)
abgezimmertes Zweiständerhallenhaus, dessen
über eingehälste Kragbalken vorspringenden
Wirtschaftsgiebel ebenfalls von Zahnschnitt-
leisten begleitete Scheingeschosse und kurze,
paarweise angeordnete Kopfbänder beleben.
Das in seinen Kübbungen späterhin deutlich
verbreiterte Haupthaus (traufseitige Ständer mit
Zapfenlöchern!) ergänzen eine straßenparallele
Querdurchfahrtsscheune der Zeit um 1880,
eine Längsdurchfahrtsscheune („1835”) und ein
Altenteiler des frühen 19.Jh.
In der ehemals selbständigen Siedlung „Großen
Horst” weisen nur drei funktionale Nebenge-
bäude aus drei Jahrhunderten Denkmalqualitä-
ten auf, von denen die beiden zuletzt aufge-
führten ursprünglich zu einer Hofstelle gehör-
ten: Den ältesten Vertreter der kleinen Reihe
repräsentiert eine zwischenzeitlich umgenutzte
als auch auf dem Grundstück umgesetzte
Längsdurchfahrtsscheune unter Satteldach
(Großhorst 22), ein durch eine seitliche Einfahrt
geöffneter Wandständerbau in auffallend
schlichter Konstruktion („1663”; Unterrähm-
gefüge). Dekorative Details bleiben die an den
Traufseiten eng gereihten Karniesknaggen und
die zweigeschossige Reihung paarweise ange-
ordneter Fußbänder im Steilgiebel.
Demhingegen datiert eine Bauinschrift den in
bekannter Weise als Stockwerksbau abgezim-
merten zweigeschossigen Speicher Nr. 2d in
das Jahr „1728”, wobei als typische Details die-
ser Zeit die schmalen Karniesknaggen im holz-
ausgefachten Giebeldrempel und die hohen,
teilweise gebogenen Fußstreben anzuführen
sind. Von den einst zwei Scheunen der
Hofstelle entstand die heute noch erhaltene (Nr.
2a) nur wenige Jahre später („173..”) in dem
damals üblichen Unterrähmgefüge. Die mit
außermittiger Durchfahrt versehene Scheune

Kirchhorst, Harmshof 4, ehern. Wohnwirtschaftsgebäude von „1656"

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