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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

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https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0281
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Kaltenweide/Twenge, Twenge 1, Wohnwirtschaftsgebäude, Detail der Vorkragung




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1714 entstand das Zweiständerhallenhaus der
Hofstelle Maspe 2, wie der regionaltypische
Giebelvorsprung über eingehälsten Kragbalken,
die flächige Holzbohlenausfachung und die
paarig angeordneten Kopfbänder unterstrei-
chen. Der eigentümliche Konstruktionswechsel
vom Mittelteil zu den seitlichen Stallbereichen
lässt jedoch spätere Umbauten im Bereich der
Kübbungen wahrscheinlich werden.
TWENGE
In dem von Alleen erschlossenen Weiler Twen-
ge wurde die Hofstelle Twenge 1 gesamtheit-
lich als Denkmal ausgewiesen, ein alter, schon
für das 16.Jh. überlieferter Halbmeierhof.
Als eine bauliche Besonderheit ist sicherlich das
Haupthaus zu bewerten, das als ein früher Be-
leg der Vierständerbauweise im nördlichen
Gebiet der Region Seltenheitswert genießt
(1730/40). Nach lokalhistorischen Darlegungen
soll der heutige Rinderstall, ein giebelständiger
Fachwerkbau mit beidseitigen Kübbungen
1784 ebenfalls als Vierständerhallenhaus
errichtet und erst später zu seiner heutigen
Gestalt ausgebaut worden sein. Er zeigt die für
das 18.Jh. charakteristische Wirtschaftsgiebel-
abzimmerung mit Vorkragungen und Holzaus-
fachungen, wie sie in ähnlicher Weise auch das
ältere Hallenhaus bestimmen.
LANGENHAGEN/KRÄHENWINKEL
Die Geschichte des Dorfes Krähenwinkel liegt
weitgehend im Dunkeln; erst 1523 wurde es
erstmals erwähnt. Die Kurhannoversche Lan-
desaufnahme verzeichnete Krähenwinkel 1781
als ein lang gestrecktes Straßendorf im un-
mittelbaren Anschluss an die Langenhagener
Siedlungen, wobei es damals immerhin 19
Feuerstellen zählte.
Von dem bis in das 20.Jh. hinein kaum verän-
derten Hagendorf ist heute nur noch wenig zu
spüren, nachdem große Neubaugebiete im
Südosten dem Ortsbild eine deutlich moderne
Gestalt verliehen und sich die Walsroder Straße
zur stark befahrenen Durchgangsstraße wan-
delte, die den räumlichen Zusammenhalt der
Ansiedlung regelrecht zerschneidet.
So berichten lediglich drei Bauten aus drei ver-
schiedenen Zeitstufen aus der Geschichte des
Dorfes: Den ältesten Zeithorizont markiert ein
regionaltypischer Zweiständerbau mit hoch lie-
gender Giebelschwelle (Walsroder Str. 273,
„1777”), der um 1800 einen zweigeschossigen
und zur Firstlinie des Wirtschaftstraktes quer
verlaufenden Wohnteil vorgelegt erhielt. Deut-
lich später entstand das benachbarte Wohn-
wirtschaftsgebäude des einstigen Vollmeier-
hofes Nr. 269, ein bündig und in gleichmäßigen
Gefachen abgezimmerter Vierständerbau der
Zeit um 1860. Den jüngsten Zeithorizont mar-
kiert schließlich das dekorative Ziegelgebäude
der einstigen Dorfschule Nr. 314 (heute
Firmensitz), 1908 im damals beliebten, vom
Materialwechsel und geometrischen Formen
(Ziegelsichtbauweise, Putzflächen, Sohlbänke

Kaltenweide/Twenge, Twenge 1, Wohnwirtschaftsgebäude, 1730/40

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