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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0358
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Das auch in seinem weiteren Verlauf von zwei
Teichen (Ecke Bürener Straße/Lehmkuhle und
Ecke Bürener Straße/Seutenborn) durchsetz-
te Dorf besitzt überdies noch einige weitere,
weitgehend ungestörte historische Bauten, zu
denen neben dem Altenteiler Lehmkuhle 4 (um
1850) auch die kleinen Scheunen Bürener Stra-
ße 10 und Brunnenstraße 3 zu zählen sind;
beide durch hohe Fußstreben und z.T. kurze
Kopfbänder ausgesteifte Bauten reichen mit
dieser Konstruktion noch in das 18.Jh. zurück.
Das eingeschossige Wohnhaus („1921”) der
kleinen Hofanlage Brunnenstraße 3 repräsen-
tiert hingegen einen wesentlich späteren Be-
bauungshorizont, als man auch auf dem Lande
vom traditionellen Bauen allmählich Abstand
nahm: Anstelle der abgezimmerten Wohnwirt-
schaftsgebäude mit breit lagernden Giebeln trat
nun das in Ziegelbauweise errichtete und mit
Freigespärren und Zwerchhäusern ausgestalte-
te Haupthaus, dessen Traufseiten zuweilen als
Schaufronten gehalten waren (so auch Bürener
Str. 4, um 1900). Eng gereihte schmale Stich-
bogenfenster ergänzten das Formenrepertoire
dieser Zeit (Brunnenstr. 3, Bürener Str. 4) und
wurden auch bei funktionalen Bauten versetzt.
Zu diesen zählt auch das kleine Feuerwehr-
gerätehaus Lehmkuhle 2 (um 1900), das sich
mit seinem weiten Zufahrtstor zu einer kleinen
Grünfläche öffnet.

NEUSTADT A. RBGE./DUDENSEN

Das der Linsburger Geest einbeschriebene
Dudensen nördlich von Neustadt erschließt
heute die Landesstraße L 192, die den öst-
lichen Ortsrand durchquert. Dieser verläuft zum
Bürener Wald parallel, der sich von Süden her
mit einigen Unterbrechungen bis zum nörd-
lichen Ortsausgang Dudensens erstreckt, wäh-
rend den gesamten westlichen Bereich die
Alpeniederung mit ihren typischen Feuchtwie-
sen einnimmt; im Süden schließt sich eine land-
wirtschaftlich genutzte, hügelige Feldmark an.
Das 1261 urkundlich erwähnte Dorf entwickelte
sich aus zwei Gehöftballungen, den spitz auf-
einander zulaufenden, haufendorfartigen An-
siedlungen „Im Dorfe” und „In den Meierhöfen”,
die Dudensen seit Jahrhunderten seine charak-
teristische Weitläufigkeit verleihen (1771
„Duensen”: 40 Feuerstellen; 1895: 456 Einw.,
77 Wohngebäude; 1950: 839 Einw., 99
Wohngebäude). Schon 1771 erfasste die Kur-
hannoversche Landesaufnahme die zwei sich
im Norden bogenförmig verbindenden Sied-
lungsstränge, die bis heute die ausgesparte
Freifläche Alte Wehme umziehen, die sich
ursprünglich nach Süden hin öffnete; heute wird
der Bereich hälftig von einem Fußballplatz ein-
genommen, seine einstige Öffnung nach Süden
durch Einfamilienhäuser überbaut.
Kern der Siedlung Im Dorfe war wohl seit dem
Spätmittelalter die kleine Kapelle Kreuzstraße
8 am Rande der Alpeniederung, die damals als
Feldsteinbau auf annähernd rechteckigem
Grundriss entstand. Erst im 18. und 19.Jh.
erhielt sie ihre heutige Gestalt, als man die
Außenmauern durch flache Strebepfeiler

Büren, Brunnenstraße 3, Hofanlage


Büren, Blick von Westen auf die Bürener Straße, Vordergrund Löschteich


Büren, Blick zur Dorfmitte Am Kirchplatz, hölzerner Glockenturm, 18.Jh.


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