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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

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https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0394
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In einem Falle blieb das Nebeneinander von
stattlichem Haupthaus („1856”), kleinerem
Altenteiler (2. Hälfte 19.Jh.) in Wandständer-
konstruktion und zugehörigem Wirtschaftsge-
bäude unter alten Kastanien und Eichen erhal-
ten, das das Bild eines dörflichen Gehöfts des
19.Jh. sehr anschaulich und zugleich in orts-
bildprägender Lage überliefert (Nr. 21/23).
Am Anfang und Ende der Straße erhebt sich
jeweils eine Bautengruppe, die vermutlich in
engem Zusammenhang mit der Klosterge-
schichte zu bewerten ist: Zum einen handelt es
sich hierbei um das zweigeschossige, dreizehn-
achsige Fachwerkgebäude des ehemaligen
Amtshauses, dessen zugehöriges eingeschos-
siges Wirtschaftsgebäude möglicherweise als
Scheune („1756”) zur Einlagerung des Zehnten
fungierte (Nr. 7/9).
Nur wenig später mag die backsteinerne Mühle
weiter westlich entstanden sein, die 1901 rück-
seitig den kleinen Altenteiler erhielt, dessen
Ziegelblendgiebel den kleinen Hofraum am
Bachlauf dominiert. Ihm steht eine wohl in
Wandständerbauweise errichtete Scheune zur
Seite, die im vorderen Teil Stallungen aufnahm;
ihrer Entstehung im Jahr „1859” gemäß wurde
sie in zeitgemäßer Form mit Satteldach,
Steilgiebel und Giebelverbretterung abgezim-
mert (Nr. 32).
Spätestens um die Mitte des 19,Jh. wurde am
östlichen Ortsrand Mariensees der Friedhof
(Zum Duvenwinkel) eröffnet, der damals nur
eine lang gestreckte rechteckige Parzelle in
Nordsüdausrichtung einnahm. Aus dieser Zeit
zeugen heute noch einige gusseiserne und
massive, aufgesockelte Grabkreuze, während
sich gegen Ende des Jahrhunderts die
Grabwände und plastisch ausgearbeiteten
Grabmale mehren. Nach der Datierung eines
Pfortenbalusters wurde der Bestattungsplatz
1892 eingefriedet, nachdem er einige Zeit frü-
her mit einem in Fachwerk mit Brettergiebel
errichteten Gerätehäuschen ausgestattet wor-
den war.
Südlich des Hagener Baches haben sich weit-
ab des Marienseer Ortskernes entlang des
Allerbruchweges sieben Wirtschaftsgebäude
auf den weiten Fluren des Weide- und Acker-
landes westlich der Leineschleife erhalten, die
durchweg als Stallungen des Weideviehs fun-
gierten (Höltystr. 18, Erstes Quartier, Viertes
Quartier, Verrücktes Land). Die durchweg als
breitlagernde Ziegelbauten unter Krüppelwalm-
dach mit breiten Toren und Giebelluken sowie
einer engen Reihung von Lüftungsluken entlang
der Traufen errichteten Ställe aus der Zeit um
1935 folgen in strenger Nord-Südausrichtung
den erschließenden Wirtschaftswegen. Als eine
architektonische Besonderheit sind ihre steil
abgeböschten Giebelwände anzuführen, die
sich nach hinten in einer engen Folge von lise-
nenartigen Strebepfeilern fortsetzen.
NEUSTADT A. RBGE./METEL

Nordöstlich von Neustadt erstreckt sich auf
Geestland westlich des Waldgebietes Linden-


Mariensee, Alt Mariensee 7/9, ehern. Amtshaus

Mariensee, Alt Mariensee 32, Mühle mit Altenteiler


Mariensee, Allerbruchweg, Wirtschaftsgebäude, um 1935


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