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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

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https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0413
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Vesbeck, Esperker Straße 14, Wohnhaus



Vesbeck, Beekestraße 6, Wohnwirtschaftsgebäude, Detail

Straße 6, einem Hallenhaus des Jahres „1823”,
das zwar auf eine giebelseitige Vorkragung ver-
zichtet, ansonsten jedoch altertümliche Kon-
struktionen aufweist. 1851 entstand schließlich
das ebenfalls bündig abgezimmerte Vier-
ständerhallenhaus Bohlenweg 2, das zusam-
men mit dem einmündenden Fachwerkstall des
19.Jh., einer offenen Wagenremise und einer
parallel zur Straße verlaufenden Quereinfahrts-
scheune (um 1850) eine ortsbildprägende
Hofstelle am nordwestlichen Ortsausgang dar-
stellt.
Diese spätere Phase des Wohnwirtschafts-
gebäudes dokumentieren überdies die Vier-
ständerbauten Beekestraße 1 (um 1820/30)
und Nr. 14 („1852”), deren bündig abgezim-
merte Wirtschaftsgiebel netzartige Rastersys-
teme gleichmäßig abgezimmerter Gefache
überziehen.
Schließlich wurden unter den funktionalen
Nebengebäuden der jüngst sanierte und umge-
nutzte Speicherbau des 19.Jh. Fleutjenburg
18 und die abseits des Straßenberinges plat-
zierte Längsdurchfahrtsscheune Unter den
Eichen 10 (um 1830) ausgewiesen.
Vesbeck in nordwestlicher Richtung verlassend,
führt der Weg über die Esperker Straße direkt
auf eine dicht bebaute Hofanlage (Nr. 14) zu,
deren Funktion und Bedeutung bereits an der
Lage unmittelbar an der Großen Beeke abzule-
sen ist: Hier wurde wohl gegen Ende des 18. Jh.
die wasserseitig holzverschalte Mühle errichtet,
deren unterschlächtiges Wasserrad 1968 ab-
genommen wurde.
Bereits die Quellen des 14.Jh. kennen eine
Mühle in Vesbeck, die jedoch aufgrund fehlen-
der Ortsangaben nicht unbedingt als Vorgän-
gerbau des heutigen Fachwerkgebäudes mit
Ziegelausfachung vorausgesetzt werden darf.
So spricht auch die Lokalhistorie von einem
älteren Mühlenstandort im Dorf (vgl. Graben-
verlauf parallel zur Straße Am Transformator),
der jedoch um 1850 aufgegeben worden sein
mag; erst damals soll die Mühle vom Ortskern
an ihren heutigen Standort verbracht worden
sein.


Vesbeck, Esperker Straße 1, Wohnwirtschaftsgebäude, „1780"

Ein Holzsteg über die Beeke erschließt das
Gehöft, das 1912 mit einem zeitgemäßen
Ziegelwohnhaus ausgestattet wurde. Dem
Stilempfinden der Jahrhundertwende gemäß,
zeigt es als typisches Baudekor verschiedene
Arten der Blendgliederung und den charakteris-
tischen, ins Dach zwerchhausartig rückbinden-
den Mittelrisalit. Nur wenig früher wurden die
ebenfalls in Ziegelbauweise errichteten Funkti-
onsbauten der Ställe („1890” und „1898”) und
der Quereinfahrtsscheune („1904”) errichtet, die
sich zur Esperker Straße hin orientieren.

NEUSTADT A. RBGE./WELZE

Vermutlich konzentrierten sich die Höfe des
kleinen, um einen gebrochen geführten Stra-
ßenbering (Notbrunnenstraße/Am Born) ge-
wachsenen Ortes bis Ende des 18.Jh. auf die-
sen dominierenden Straßenverlauf, während die

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