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Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

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https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0440
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Das Vierständerhallenhaus (zweigeschossiger
Wohnteil) Hindenburgstraße 32, 1804 nieder-
gebrannt und noch im gleichen Jahr wiederer-
richtet, präsentiert hingegen den regionaltypi-
schen Wirtschaftsgiebel in klassischer Form,
wie er sich darüber hinaus auch am Vierstän-
derbau Am Nordende 1 (zweigeschossiger
Wohnteil von „1791 Wirtschaftsgiebel: „1802”)
wiederfindet: So blieb der Wirtschaftsgiebel um
1800 weitgehend schlicht und nur durch
Fußstreben am Tor und an den Eckständern
winkelsteif verstrebt, sein Giebeltrapez kaum
oder gar nicht vorkragend und vor allem durch
querrechteckige, holzausgefachte Gefache
geprägt; nur selten sind farbige Halbrosetten,
wie im ersten Fall, zu registrieren. Das zweige-
schossige, ganz in Stockwerkbauweise bündig
abgezimmerte Wohnhaus Nr. 36 repräsentiert
hingegen den reinen Wohnhaustyp aus dem 2.
Viertel des 19.Jh.; seine historischen zweiflüge-
lig-sprossenunterteilten Fenster wurden aller-
dings in jüngerer Vergangenheit durch moderne
Einscheibenfenster mit oder ohne aufgelegte
Sprossen ersetzt. Überzeugender im Bestand
präsentiert sich das „1856” vollendete Quer-
dielenhaus Karl-Wehler-Straße 3, das allein auf-
grund seiner Größe (zweigeschossiger Wohn-
teil) und ausgestaitenden Details (Fletttür erhal-
ten) als beeindruckender Beleg relativ junger
Wohnwirtschaftsgebäude einzustufen ist.
Der von einer Lindenallee längs erschlossene
Friedhof Iltens wurde wohl schon in der 1.
Hälfte des 19.Jh. östlich der Sehnder Straße
auf rechteckiger Parzelle eröffnet, abzulesen an
einigen älteren Stelen und gusseisernen Grab-
kreuzen aus der Zeit um/vor 1850 (Am Fried-
hof). Zusammen mit Grotten und Grabkreuzen,
einigen Skulpturengrabmalen und den in selte-
ner Weise zahlreich erhaltenen Grabbezirks-
umfriedungen (Staketenzäune) veranschau-
lichen sie die gestalterische Vielfalt der
Grabmale und Grabflächengestaltung des 19.
und frühen 20.Jh. Herausragend bleibt die
außergewöhnlich groß bemessene Familien-
grabstätte der Wahrendorffs, eine von Mauern
und flachen Heckenzügen umfangene Grab-
stätte, in der nur einige bossiert gearbeitete
Pfeiler als Unterteilungen schmaler Bänke verti-
kale Akzente setzen.
Eine überaus seltene Form eines Grufthauses
repräsentiert der geschlossene, in Form eines
gedrückten Spitzbogens gebildete Zugang der
„Hofbesitzer”-Familie Lampe, den eine schwere
Eisentür mit eichenlaubverzierten Bändern
schützt; zur Anlage - auf der wohl 1874 erst-
mals bestattet wurde - gehört die angren-
zende, von einem zierlichen Staketenzaun
(mit Lanzenspitzenendungen) umzogene Grab-
stelle.
Nordwestlich von Ilten erhebt sich - bereits vom
Friedhof her einsichtig - an der Sehnder Straße
ein merkwürdig konisches und schlichtes
Gebäude, das sich auf den zweiten Blick als
Rest einer massiven Holländerwindmühle zu
erkennen gibt. Der angeblich 1899 errichteten
Mühle nahm man 1938 die Flügel ab, um sie
fortan per Motor, später mit Strom, zu betreiben
(Nr. 20).


Ilten, Hindenburgstraße 32, Wohnwirtschaftsgebäude, 1804

Ilten, Am Nordende 1, Wohnwirtschaftsgebäude, Wohnteil „1791", Wirtschaftsgiebel „1802"



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Ilten, Karl-Wehler-Straße 3, Wohnwirtschaftsgebäude, „1856"

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