Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Krumm, Carolin [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 13,2): Region Hannover: nördlicher und östlicher Teil; mit den Städten Burgdorf, Garbsen, Langenhagen, Lehrte, Neustadt a. Rbge., Sehnde, Wunstorf und den Gemeinden Burgwedel, Isernhagen, Uetze und Wedemark — Hameln, 2005

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44258#0490
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
ten auf verschachtelten Parzellen, einige
Scheunen (Knibbeshof 7: 19.Jh.) und Wohn-
wirtschaftsgebäude (Nr. 3: um 1815; Nr. 9: um
1800; Zweiständerhaus Nr. 11 bez. „1848” mit
älterem Kern/Wohnteil des 18.Jh.), die im Zu-
sammenspiel mit der bogigen Führung der
Straßen und der abschnittsweise (neuen) Stra-
ßenpflasterung noch einiges vom einstigen
Charakter Bissendorfs überliefern. Aus der
Gruppe der in gleichmäßigen Gefachen homo-
gen abgezimmerten Fachwerkbauten sticht
einzig das um 1920 in Ziegelbauweise errichte-
te Feuerwehrgerätehaus Nr. 5 heraus.
Ein ähnliches Bild prägt den westlichen
Straßenstrang Tattenhagen. Ein Großteil seiner
Randbebauung entstammt jedoch erst der
Mitte des 19.Jh. wie an der gleichmäßigen Ab-
zimmerung der symmetrisch aufgebauten, der
Straße zugewandten Wirtschaftsgiebel der
Vierständerhallenhäuser zu erkennen ist (Tat-
tenhagen 15: „1844”; Nr. 17/Wohnwirtschafts-
gebäude mit Stallanbau: um 1840; Nr. 18:
„1843”; zugehörig die historische Apotheke Am
Markt 9: um 1810/20).
Der einzige anliegende Dreiständerbau (mit
linksseitiger Kübbung) am nördlichen Ende der
Straße (Nr. 1) stellt hingegen das Ergebnis eines
Umbaus des späteren 19.Jh. dar, als man den
Wirtschaftstrakt des Zweiständerkernbaus (En-
de 18.Jh.) deutlich verbreiterte. Zur Hofanlage
gehört einer der zahlreichen Sandsteinbrunnen
Bissendorfs, inschriftlich in das Jahr 1792
datiert.
Unmittelbar gegenüber erhebt sich eine Längs-
durchfahrtsscheune mit schmaler Kübbung,
deren altertümliche Konstruktionen (gekehlte
Kopfbänder, gebogene Fußstreben, eingehälste
Ankerbalken, Giebelvorkragung) mit der für das
19.Jh. charakteristischen Abzimmerung gleich-
mäßiger Gefache und den relativ geringen
Ständerquerschnitten kontrastiert (Tattenhagen
Nr. 4); vermutlich ist ihre Bauzeit gegen/vor
1800 anzusetzen.
Das Zweiständerhallenhaus Tattenhagen Nr. 8
gehört seiner Bauinschrift „1600” nach zu den
ältesten Wohnwirtschaftsgebäuden der Region
und repräsentiert darüber hinaus auch den
ältesten, denkmalgeschützten Vertreter inner-
halb der Gruppe der Scheingeschossbauten
mit hoch liegender Giebelschwelle. Trotz einiger
jüngerer Eingriffe (Verbreiterung der Kübbun-
gen, Ausfachung) überliefert er noch zahlreiche
Details seiner Entstehungszeit, wie die kräftigen
Ständerquerschnitte im Vergleich zu den klei-
nen, quadratischen Gefachen, die markanten
Scheingeschossvorsprünge über eingehälsten
Kragbalken und der Schnitzdekor des Dielen-
tores (Taustab, Halbrosette, von Punktlinien
begleitetes Rautendekor), dessen Ausführung
überzeugend mit der am Amtshof zu verglei-
chen ist. Der Wohnteil wurde zeitgemäß in
Ständerbauweise errichtet und vermutlich
durch eine eingeschobene Balkenlage unter-
teilt.
Das älteste Baudenkmal Bissendorfs erhebt
sich südwestlich des Straßenberinges, der bau-
inschriftlich ins Jahr 1589 datierende, nur drei

Bissendorf, Tattenhagen 8, Wohnwirtschaftsgebäude, „1600"



Bissendorf, Gottfried-August-Bürger-Straße 2, Wohnwirtschaftsgebäude

487
 
Annotationen