Zimmermann, Petra Sophia [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 18, Teil 2): Landkreis Celle: Landkreis Celle ohne Stadt Celle — Hameln, 1994

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ADELHEIDSDORF-
DASSELBRUCH

Dasselbruch ist im Niederungsgebiet des al-
ten Urstromtals der Aller gelegen. Der kleine
Ort ist aus einem Hof hervorgegangen, den
ein Kötner aus Westercelle im Jahr 1861 als
Neubauerstelle gründete. Dieser Hof ging be-
reits 1864 in den Besitz von Heinrich Dassel
über und erhielt den Namen „Dasselgut“.
Nach weiteren Besitzerwechseln erwarb
1932 die Siedlungsgemeinschaft Nieder-
sachsen m.b.H. das Gut, dann 1935 die Han-
noversche Siedlungsgesellschaft. Auf dem
Gutsgelände wurden sieben Stellen abgeteilt
und 1937 an Siedler übergeben. Einige der al-
ten Gutsgebäude wurden zur Errichtung der
Siedlerstellen verwendet. Auf dem Gutshof
(Dorfstraße 3) befindet sich noch heute das
Herrenhaus, das um 1861 als eingeschossi-
ger Massivbau errichtet worden ist. 1906
wurde es um ein Fachwerkgeschoß erhöht
und mit einem Türmchen auf dem Dach be-
krönt.

AHNSBECK

Der um 1240 erstmals erwähnte Ort liegt 3 km
östlich von Lachendorf an der Landesstraße
284. Mit zwölf Vollhöfen, die im Schatzregi-
ster von 1438 aufgeführt sind, gehörte Ahns-
beck ursprünglich zu den größten Dörfern im
Landkreis Celle. Im 16. und 17. Jh. fand eine
starke Nachsiedlung von Kötnern und Brink-
sitzern statt. Bis heute ist Ahnsbeck nach
Norden, Westen und Südosten um Neubau-
gebiete gewachsen. Der alte Kern von Ahns-
beck ist als Haufendorf mit radialem Wegesy-
stem auszumachen. Die Hofgrundstücke
sind hier unregelmäßig zugeschnitten. Dieser
Kern wird im Nordwesten von einem Bachlauf
begrenzt. Jenseits des Baches liegen die
später hinzugekommenen Hofstellen auf
schmalen langgestreckten Parzellen.

Kapelle
Auf einer leichten Erhebung in der Dorfmitte
steht die Kapelle von 1711. Verschiedene
Ausstattungsstücke, die bis in die erste Hälfte
des 15. Jh. zurückreichen, deuten offenbar
auf einen nicht näher bekannten Vorgänger-
bau hin. Der kleine, mit Ziegeln ausgefachte
Bau mit dreiseitigem Chorschluß und Voll-
walmdach ist weitgehend ungestörterhalten.
Die Fenster besitzen eine alte Bleivergla-
sung. Der Haupteingang an der Nordseite ist
durch einen Sturz in gestelzter Halbkreisform
betont. Im Inneren ist die einschiffige Saalkir-
che von einer flachen, mit Rankenwerk be-
malten Balkendecke überspannt. Westlich
vor der Kapelle steht der Glockenturm, ein
senkrecht verbreiterter Fachwerkbau. Er ist
erst in jüngster Zeit über eine niedrige Lei-
chenkammer mit der Kapelle verbunden wor-
den. Vor der Nordwand der Kapelle ist ein
Denkmal für die Gefallenen des Ersten Welt-
krieges aufgestellt.
Auf den umliegenden Höfen ist die alte Bau-
substanz bis heute vielfach verändert wor-

Ahnsbeck, Königl. Preuss. Landes-Aufnahme 1899, 1:25.000, Blatt 3327 (Beedenbostel), Nieders. Lan-
desverwaltungsamt - Landesvermessung - B5 -



Ahnsbeck, Kapelle, Blick von Norden

Ahnsbeck, Sackwinkel 6, Wohnwirtschaftsgebäude, 1785


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