Zimmermann, Petra Sophia [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 18, Teil 2): Landkreis Celle: Landkreis Celle ohne Stadt Celle — Hameln, 1994

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Ahnsbeck, Hauptstraße 21, Wohnwirtschaftsgebäude, 1858


den. Zu den wenigen Ausnahmen gehört das
Gehöft Sackwinkel 6 mit einem Zweiständer-
haus von 1785. Der Wirtschaftsgiebel mit
asymmetrisch eingesetztem Tor ist zur
Straße orientiert. Eine Zufahrt mit Feldstein-
pflaster führt zwischen dem Bauernhaus und
einer Querdurchfahrtsscheune entlang. Be-
merkenswert ist auch das Vierständerhaus
von 1858 Hauptstraße 21. Im Unterschied zu
diesen beiden weiträumigen Hofstellen muß-
ten die Gebäude auf den meisten, überwie-
gend kleinen Parzellen „platzsparend“ ange-
ordnet werden, häufig wurden sie auch anein-
andergebaut. Ein typisches Beispiel dafür
sind die Höfe an der Kötner Straße 2, 4, 6 und
Hauptstraße 15. Auf den Grundstücksgren-
zen sind hier in der 2. Hälfte des 19. Jh. trauf-
und giebelständige Scheunen errichtet wor-
den, die eine nur durch die Hofzufahrten un-
terbrochene Front bilden und das Straßenbild
bestimmen.

BEEDENBOSTEL

Beedenbostel, Luttersche Straße/Ahnsbecker Straße, Glockenturm der Martinskirche


Das Kirchdorf befindet sich 13 km östlich von
Celle. Die Bahnlinie Celle-Wittingen mit einer
Station in Beedenbostel ist in einem Bogen
östlich um das Dorf herumgeführt. Beeden-
bostel wird von der Aschau durchzogen, die
weiter südlich in die Lachte mündet. 1050
wurde in den „Hildesheimer Stiftsakten“
erstmals eine Kirche in „Beginburstalle“ er-
wähnt. Sollte das vermutete Patrozinium
St. Martin zutreffen, würde dies für eine frühe
Entstehung als Taufkirche während der frän-
kischen Mission sprechen. 1197 wurde Bee-
denbostel zum Archediakonat erhoben. (Da-
mit ging das ansonsten nur dem Bischof zu-
stehende Recht der Einnahme des „Zehn-
ten“ auf den hier amtierenden Geistlichen
über.) Der Pfarrbezirk erstreckte sich zu die-
ser Zeit nicht nur über das spätere Kirchspiel,
sondern umfaßte auch die Tochterkirchen
Eschede und Eldingen; er deckte sich in sei-
ner Ausdehnung mitdem Go Greti. Innerhalb
dieses Goes war Beedenbostel auch Verwal-
tungsmittelpunkt und Gerichtsort. Mit dem
Ende des 15. Jh. wurde Beedenbostel Sitz ei-
ner Vogtei-seit dem 17. Jh. dann als „Amts-
vogtei “ bezeichnet. 1859 wurde das Amt auf-
gehoben und nach Celle verlegt. Bis heute
hat das Dorf seinen rein bäuerlichen Charak-
ter bewahrt.

Ev. Martinskirche
Die ev. Martinskirche wurde 1734-37 an-
stelle eines zu kleinen und vom Einsturz be-
drohten Vorgängerbaus errichtet. Dazu
mußte ein benachbart stehender Wartturm
abgerissen werden. Das beim Abbruch ge-
wonnene Feldsteinmaterial wurde zum Teil
beim Neubau der Kirche, zum Teil dann auch
beim Neubau des Amtshauses wiederver-
wendet. An dem verputzten Barocksaal mit
dreiseitigem Chorschluß sind Sockel und Ge-
bäudeecken in Sandsteinquadern abgesetzt.
Die Portale an West- und Nordseite sowie die
hohen, rundbogenförmig abschließenden

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