Zimmermann, Petra Sophia [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 18, Teil 2): Landkreis Celle: Landkreis Celle ohne Stadt Celle — Hameln, 1994

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Auf den schmaleren Stellen Nr. 2 und 3 sind
die Nebengebäude rechtwinklig zu den
Haupthäusern angeordnet. Zwei Schafställe
auf Hof Nr. 2, Einraumbauten in Zweiständer-
konstruktion vom Anfang des 18. Jh., stehen
parallel zueinander und giebelständig zur
Straße. Das Häuslingshaus und der Schwei-
nestall sind mit Ziegeln ausgemauerte Fach-
werkbauten aus der 2. Hälfte 19. Jh. Der Dop-
peltreppenspeicher stammt in seinem älte-
sten Teil aus dem Jahr 1651 und ist 1848 um
einen weiteren Speicher verlängert worden;
beide Bauten sind in Hochrähmzimmerung
mit eingezapften Ankerbalken errichtet. Die-
selbe Konstruktion besitzen auch die drei
Treppenspeicher aus den Jahren 1745,1789
und 1825 auf Hof Nr. 3.

FASSBERG - WILLIGHAUSEN

Der kleine Ort liegt östlich der Landesstraße
Hermannsburg-Müden. Die zwei Höfe, aus
denen Willighausen besteht, gab es vermut-
lich bereits seit dem Anfang des 16. Jh. Die
Höfe sind über eigene Zufahrten von der
Landstraße erschlossen. Die Gebäude auf
den weiträumigen, mit hohen Eichen bewach-
senen Anlagen sind jeweils frei um einen Hof-
platz gruppiert. Sie sind zum überwiegenden
Teil im Verlauf dieses Jahrhunderts entstan-
den. Bemerkenswert ist das Haupthaus des
alten Hofs Nr. 2 (Nr. 4), ein zweistöckiger mit
Ziegeln ausgemauerter Fachwerkbau aus der
2. Hälfte des 19.Jh. Die Traufseite zum Gar-
ten ist um die Jahrhundertwende durch einen
Vorbau ausgezeichnet worden, dessen reich
artikulierte Holzkonstruktion Steinarchitektur
imitiert. Im ersten Stock ist eine Fensterreihe
von Blendbögen eingefaßt; im leicht vorkra-
genden zweiten Stock befindet sich ein über-
dachter Balkon, dessen Brüstungsgefache
mit geschnitzten Darstellungen des ländli-
chen Lebens geschmückt sind.

HABIGHORST

Der seit 1291 verbürgte Ort liegt 2 km südlich
von Eschede. Die Kreisstraße 34 wurde in der
Mitte der siebziger Jahre als Umgehungs-
straße in einem engen Bogen südlich um das
Dorf herumgeführt.

Die Hofstellen des Haufendorfes liegen an
beiden Uferseiten der Aschau entlang der
Dorfstraße. Der ursprünglich meandrierende
Bach wurde in der 2. Hälfte des 19. Jh. begra-
digt und stellenweise eingedämmt. Die Bau-
substanz auf den Höfen ist am Ende des letz-
ten und am Anfang dieses Jahrhunderts über-
wiegend erneuert worden. Nur zwei der alten
Vierständerhäuser aus der 1. Hälfte des 19. Jh.
sind weitgehend unverändert erhalten (Dorf-
straße 6, 20). Die kleine Stelle mit dem trauf-
ständigen verbreiterten Wohnhaus an der
Schulstraße 3 gibt ein Beispiel von der verein-
zelten Höfeansiedlung nach der Verkoppe-
lung. In der Nachkriegszeit ist das alte Dorf
nach Norden und Westen um einige Einfami-
lienhäuser gewachsen.
Willighausen, Hof Nr. 4, Wohnhaus, um 1900, Detail des Vorbaus



Schmarbeck, Hof Nr. 4, Wohnwirtschaftsgebäude von 1765 (abgebrochen), Grundriß und Längsschnitt
1 :300, Institut für Denkmalpflege


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