Zimmermann, Petra Sophia [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 18, Teil 2): Landkreis Celle: Landkreis Celle ohne Stadt Celle — Hameln, 1994

Page: 76
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Bergen, Königl. Preuss. Landes-Aufnahme 1899, 1 :25.000, Blatt 3125 (Bergen), Nieders. Landesverwal-
tungsamt - Landesvermessung - B5 -


Bergen, Kirche St. Lambertus


Bergen, Lukenstraße 1, Wohnhaus


Mühle wurde ursprünglich über zwei Wasser-
räder angetrieben, die heute durch eine Tur-
bine ersetzt sind. Zusammen mit dem Müh-
lenhof prägt die sich nach Norden erstrek-
kende, große Hofanlage das Landschaftsbild
(An der Mühle 8). Das mächtige Vierständer-
haus von 1815 besitzt einen zweistöckigen
Wohnteil. Zur gleichen Zeit ist wohl auch das
etwas abseits gelegene Landarbeiterhaus er-
richtet worden.

BERGEN

Der Kirchort Bergen liegt 25 km nördlich von
Celle. Die Pfarrei Bergen („parochiaberghe“)
findet sich 1197 erstmals urkundlich genannt.
Es wird aber vermutet, daß Bergen zu den Alt-
kirchspielen des 9. Jh. zählt. Im Mittelalter
hatte sich Bergen aufgrund seiner zentralen
Lage zu einem Ort mit Marktgerechtigkeit ent-
wickelt. 1438 bestand Bergen bereits aus
zehn Höfen und 30 Koten. Durch die starke
Konkurrenz der Städte Celle und Soltau
wurde die weitere Entwicklung Bergens ge-
hemmt. Auch die großen Brände von 1354
und 1585 trugen zu einer Stagnation bei. Ber-
gen blieb jedoch zum einen durch die Kirche,
zum anderen durch den Gerichts- und Ver-
waltungssitz der Gogräfen, später der Amts-
vögte Mittelpunkt eines großen Gebietes.
1840 erfolgte die Zusammenlegung der
Amtsvogteien Bergen und Hermannsburg
zum Amt Bergen. Die Verkoppelungskarte
vermittelt ein Bild von der Größe des bäuer-
lich geprägten Ortes im Jahr 1827/28. Ein
wirtschaftlicher Aufschwung verbunden mit
einem Anstieg der Bevölkerung und einer
Ausdehnung des Ortes setzte in der Mitte des
19. Jh. ein. Dies war anfänglich durch die Auf-
hebung des Gewerbezwangs und die Ver-
koppelung bedingt, die eine effizientere Nut-
zung landwirtschaftlicher Flächen ermög-
lichte. Auch die Holzindustrie gewann an Be-
deutung. 1902 wurde die Kleinbahnlinie
Celle-Bergen gebaut und 1910 bis nach Sol-
tau verlängert. Zu weiteren Entwicklungs-
schüben kam es dann 1935/36 durch die Ein-
richtung des Truppenübungsplatzes Bergen
und nach dem Zweiten Weltkrieg durch den
Ausbau des Truppenübungsplatzes zum
Nato-Schießplatz Bergen-Hohne. Zudem
gab es einen starken Zustrom von Flüchtlin-
gen aus den ehemals deutschen Ostgebie-
ten. So hat sich die Einwohnerzahl von rund
600 am Beginn des 19. Jh. bis zu den siebzi-
ger Jahren dieses Jahrhunderts rund ver-
zehnfacht. Die wirtschaftliche Struktur des
Ortes wandelte sich, anstelle der Landwirt-
schaft wurden Handel und Gewerbe vorherr-
schend. 1957 ist Bergen das Stadtrecht ver-
liehen worden.

Ev. Kirche St.Lambertus
Die heutige Kirche klassizistischer Gestalt
wurde 1827 nach einem Entwurf des Land-
baumeisters Mithoff anstelle eines kleineren
gotischen Backsteinbaus aus der 2. Hälfte
des 14. Jh. errichtet. Dabei wurde der West-

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