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Lufen, Peter Ferdinand [Oth.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 5,3): Landkreis Göttingen, Teil 2: Altkreis Duderstadt mit den Gemeinden Friedland und Gleichen und den Samtgemeinden Gieboldehausen und Radolfshausen — Hameln: Verlag CW Niemeyer, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44173#0229
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dach zeigt einen nur leicht ausladenden Ober-
stock, der durch die Eck- und Bundständer mit
ihren charakteristischen K-Streben strukturiert
ist. An das Hauptgebäude angefügt ist ein
ebenfalls in Fachwerk errichtetes Wirtschafts-
gebäude. Südlich schließt das giebelständig
ausgerichtete Wohnhaus Am Försterberg 11
an, das wohl dem ausgehenden 18.Jh. an-
gehört. Herauszustellen ist auch der auf hohen
geländebedingten Quadersockel gestellte Fach-
werkbau Am Försterberg 7, ein stockwerkwei-
se abgezimmerter Bau mit klarer Akzentuierung
der Giebelseite. Markant wirken auch hier die
paarweise angeordneten K-Streben an den
Eck- und Bundständern und zusätzlich einge-
zogene Kopfriegel in den Eckgefachen, die den
Bau in die Mitte des 18.Jh. datieren.
Ortsgeschichtliche und städtebauliche Bedeu-
tung zeichnen den exponiert gelegenen Fach-
werkbau Am Försterberg 5 aus. Das ehemalige
Schulgebäude auf einem inselförmigen Areal in-
mitten der sich platzartig weitenden Straße
stammt wohl aus der 2. Hälfte des 18.Jh. mit
einem offenbar im ausgehenden 19.Jh. erwei-
terten Anbau. Der Kernbau zeigt auch hier wie-
der die typische Eckverstrebung mit hoher ge-
krümmter Fußstrebe und kurzem, ans Rähm
geführtem Kopfband.
Ev. Kirche
Auf einem großflächigen, dreieckförmigen Areal
inmitten des Dorfs entstand die zur Sedes Sie-
boldshausen des Archidiakonats Nörten ge-
hörende Kirche (Am Försterberg 8) - eine wohl
im frühen 18.Jh. veränderte geostete, schlichte
Saalkirche aus Bruchsteinmauerwerk mit Poly-
gonchor und abgewalmtem Satteldach, aus
dem ein dachreiterartiger Westturm mit hoher,
verschieferter Laternenhaube herauswächst.
Von den schlichten Mauerflächen heben sich
die in Werkstein gearbeiteten Fenster- und Por-
talgewände ab.
Auf den Grundmauern der heutigen Kirche
konnte ein mittelalterlicher Vorgängerbau nach-
gewiesen werden - eine Saalkirche mit einge-
zogenem Rechteckchor.


Lichtenhagen, Lageplan des Ortes, 1778, Hauptstaatsarchiv Hannover 21d/21m

Lichtenhagen, ev. Kirche


FRIEDLAND-LUDOLFSHAUSEN
Der erstmals 1318 in den Schriftquellen ge-
nannte Ort „Ludolveshusen“ liegt eingespannt
zwischen dem 427 Meter hohen Fritzeberg im
Westen, den Ausläufern des Bodenhausener
Forstes im Norden und dem sich keilartig vor-
schiebenden Reiffenhausener Gemeinschafts-
forst, dessen nördliche Ausläufer Einfluß auf die
Topographie und somit auch auf das Ortsbild
des auf etwa 310 Meter ü. NN sich ausdehnen-
den Ortes nehmen. Angebunden ist das am
östlichen Rand der Gemeinde Friedland ent-
standene Straßendorf an Lichtenhagen, Reif-
fenhausen und Groß Schneen und wies, wie die
Quellen belegen, Mitte des 18.Jh. 16 Feuerstel-
len auf. Zu den bäuerlichen Wirtschaften jener
Zeit gehörten 15 Kleinköter und ein Brinksitzer.
Das Rückgrat des Straßendorfes bildet die Lan-
desstraße 567, die sich innerhalb des Ortes
platzartig öffnet und als Ortsdurchgangsstraße
die Anbindung an Lichtenhagen und Reiffen-
hausen herstellt. In der Preuss. Landesaufnah-
me von 1876 und in der Feldmarkkarte Ludolfs-

Lichtenhagen, Am Försterberg 5, ehern. Schulgebäude


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