Fliegende Blätter — 34.1861 (Nr. 809-834)

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^ VW O für den Band von 2t) Nummern 6 sl. 54 kr.

od. 2 Nthlr. 5 Sgr. EinzelneNnmmern 12 kr. od. 4Sgr.

Herrn (tzraf's Rheinreisetagebuch.

(Fortsetzung.)

Ich ivollte gar nicht mit setzen, weil ich sah, daß es
Einen nichts nicht nitzen that, lueil es dvch blos für die
Grobichs ist, aber die Fran Baronin und Kohle, welcher
für Kartenspiel stets eine Leidenschaftlichkeit besitzt, redeten
mir so lange zu, bis ich mich auch zu einen Geldanssatz be-
wegen ließ. Aber o >veh! Ich verlor einen Gulden nach
den andern, bis ich endlich über diese Grobichs micksig werden
that und aufhörte. Kohle jedoch war in seine Spielerwnth
gar nicht zu dämbfen und bald >var sein ganses Geld bis
auf fünf Gulden fort, wozu ihn die Frau Baronin immer
noch Muth machte, so viel ich ihn auch mit Gewalt als sein
guter Geist davon beim Fracke znrückziehen wollte. Aber
nein, er warf auch noch die letzten fünf Gulden auf so eine
verhexte Zahl, Ter Grobieh dreht wieder an das Rohlettchen
und bautz! — so kommt Kohlen seine Zahl auch wirklich
heraus, woriber er bis an die Decke sbringen wollte und
laut juwelte vor Entzicken, Wie er nun nach dieses viele
Geld greifen will, stieß ihn aber die Fran Baronin Krips-
Kraps sehr emfindlich auf die Seite, indem sie sagte: „dlon
Kleener, bet Jeld ist für mir!" — und raffte nun auch die
ganseSuinme in ihr Taschenschnnbftnch zusammen. Kohlewvllte
es zwar nicht leiden und gegen diese sonderbare Salondame
Gewalt brauchen, aber da mengten sich gleich eine Menge
Herren hinein und ehe sich Kohle besinnen konnte, war die
nowele Baronin über alle Berge hinaus.

Aber nun hätte Einer sollen die Wut von Kohlen sehen,
welcher sich immer mit der Hand vor den Kobs schlug, daß
er ans so leichtfertige Weise war ntzi sein Geld gekommen.
Ich machte ihn auch noch Borwirfe, daß er meinen Radschlag
nicht befolgt hatte; aber es war nun Alles dvch zu sbät, denn
die Herren Grobichs geben niemals nichts heraus. Da nahm

Rach einige Tänze kam Kohle mit seiner Riesentänzerin
heraus zu mir und stellte mir sie als eine verwittwete Frau
Baronin von Kripskraps ans Berlin vor. Die Fran Baronin
>var sehr erfreulich, auch meine Bekanntschaft zu machen und
sagte uns, daß wir doch ein Bischen mit ihr hinüber in die
Spielsalvnse gehen sollten.

Dort standen nun eine Menge Menschen um lange Tische
herum, wo sie Farao und Rohlctte spielen thaten. Aber da
werfen sie doch das Geld um sich herum, daß Einen vrdenl-
^ich kann drehend werden. Die Kassirer beim Spiel heißen
Grobichs, iveil sie auf die gröbste Weise immer Alles
a» sich reißen, was ans der jägergrinen Tafel steht, da sie
allemal gewinnen.

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Herrn Graf's Rheinreisetagebuch"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Glücksspiel <Motiv>
Spieler <Motiv>
Karikatur
Roulett
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 34.1861, Nr. 833, S. 193
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