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o

Reelles Heirathsgcsuch.

(Schluß.)

fie f ^'e'C "bovte klangen mir vernünftiger wie Alles, was
nurLr^'kLnr^ 3bsunkene Hoff-

wieder einander reden," nahm sic

feblt a^s - er ' " Slaube, daß Ihnen weiter nichts
fehlt als eine Frau mit Geld."

t Ein!" rief ich eifrig, während mir

d« «u di, s„stn (W.

" ^ E§ ^ Hauptsache, nicht wahr? Geben Sie
.J ' e aß Sie ein Vermögen suchen und da Sie solches
uic) ohne Frau finden können, so nehmen Sie dieselbe mit
"l den Kauf." ;

,,©ic sind sehr strenge in Ihren: Urtheil."

„Aber auch wahr — sehen Sie, so sind wir auf dem
si unktc angelangt, wo unsere Verhandlungen beginnen können,
^och bin reich! — Sagen Sie mir offen, welchen Preis
machen Sie für Ihre Person? — Nicht doch — eine der-
artige sirage könnte Sic verletzen, und dies liegt mir fern —
* ’ ulill lieber sagen: wie viel Capital glauben Sie nöthig
zu haben, um gemüthlich durch's Leben zu pilgern?"

er sarkastische Ton, der in ihren Worten lag, empörte
nnch, und indem ich mich erhob und nach meinem Hute griff,
sagte ich:

„Ich glaube nicht, mein Fräulein, daß es uns gelingen
wird, zu einem harmonischen Einklang zu gelangen. Alles,
was Sie bisher gesagt haben, mußte mich empfindlich be-
rühren, und ich weiß nicht ob Sie im Ernste sprachen, oder
sich einen Scherz mit mir machen wollten. In diesem Falle
haben Sie sicherlich an die Unrechte Thüre geklopft. Der
Schritt, den ich gethan habe, war, ich gestehe es offen, ein
Gebot der Nothwendigkeit, aber ehrenrührige Motive liegen

ihm nicht zu Grunde. Da Sie dies nicht anzuerkennen
scheinen, habe ich die Ehre mich Ihnen zu empfehlen".

„Halt, halt! sind Sie nicht zu eilig, ich wollte Sie
nicht verletzen — bitte, nehmen Sie noch einen Augenblick
Platz! Sie sprachen vom Gebot der Nothwendigkeit — cs
ist sicherlich für einen lebenslustigen, ehrgeizigen, hoffnungs-
vollen jungen Mann ein hartes Loos, von Sorgen und Ver-
legenheiten aller Art gequält zu werden. — Ich besitze den
Zauberstab, um die bösen Geister zu bannen, die den Men-
schen häufig kurz vor dem Frühstück heimsuchen — wie denken
Sie über 40,000 Gulden?"

Ich mußte mich unwillkürlich aufrichtcn, als ich diese
Zahl vernahm — 40,000 Gulden! Beim Allah, es ist
ein hübsches Stück Geld!

„Bezweifeln Sie die Wahrheit meiner Worte nicht,"
fuhr sie fort, als sie in mein verblüfftes Gesicht blickte, „ich
will Ihnen, noch ehe wir zum Schluß kommen, den Beweis
liefern, daß ich Sie nicht belogen habe."

„Aber", sagte ich, „40,000 Gulden sind ja ein Ka-
pital, mit dem Sie eben so viele Männer zu Ihren Füßen
sehen können. Waruni suchen Sie in derselben Weise einen
Mann, die Sie an mir tadeln?"

„Sie hatten Ihre Gründe, kann ich nicht auch die
meinigen haben?" sagte sie, und ich errieth ihre Gründe
ohne viel Nachdenken. Welches Ungeheuer mußte sie sein,
wenn sie sich selbst für 40,000 fl. nicht mehr Jugend und
Schönheit erkaufen konnte. Mir schwindelte es vor den
Augen, aber ich kämpfte die Bewegung nicines Innern nie-
der und entgegnete: „Ich glaube Ihre Gründe crrathen zu
können — vielleicht stellten Sie nicht ohne Ursache die Be-
dingung, maskirt erscheinen zu dürfen?"

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