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-|o Bestellungen werden in allen Buch- und Kunst-
° Handlungen, sowie von allen Postämtern und
8 eitungsexpeditionen angenommen.

A — Erscheinen wöchentlich ein Mal. Subscriptions- ^

Ms''"' preis für den Band von 26 Nummern 3fl. 54kr. L11' •

ob. 2 Rthlr. 5 Sgr. Einzelne Nummern ll kr. od. 2'/, Sgr.

Eine unfreiwillige Fahrt.

(Fortsetzung.)

Ich hörte diese Worte, da ich noch keine Zeit gefunden
hatte, mich von meiner Tänzerin zu verabschieden; cs lag
der Natur der Sache, daß ich ihr meine Theilnahme be-
zeigte und sie mit den allgemein üblichen Redensarten zu
beruhigen suchte.

Ich erfuhr nun, daß die Mutter plötzlich von einem
starken Krampfanfall heimgesucht worden war und der Vater
seinen Knecht mit dem Wagen geschickt hatte, um die Tochter
holen.

Auch die Tante suchte Klara zu beruhigen, aber das
Mädchen ließ keine Gründe gelten.

Sie wollte augenblicklich abreiseu, es kostete der Tante
sogar Mühe, sie zu überreden, vorher die Kleider zu wechseln.
Endlich verließen sie den Saal, Klara wollte in der Wohn-
ung der Tante sich umkleiden und alsdann sofort die kleine
^eise antreten.

Ich ging zum Buffet, um meinen inneren Menschen zu
^frischen. Ta sah ich mich plötzlich dem Vetter Autonien's
3kgenüber.

Er hatte das Glas wieder in's Auge geklemnit und
stand mit trotzig herausfordernder Haltung vor mir.

„Mein Herr, Sie haben eine Dame beleidigt!" sagte er.

Ich verstand im ersten Augenblick den Sinn dieser
^orte nicht.

„Compromittirt!" fügte er drohend hinzu.

„Das muß ein Jrrthum sein," erwiderte ich ruhig.

„Hatten Sic nicht eine Dame zum Cotillou engagirt," j
fragte er.

„Allerdings."

"Diese Dame mußte Sie vergeblich erwarten."

Jetzt schoß nur das Blut in die Wangen.

„Erlauben Sie," sagte ich, „nicht Sie, Ich bin es, der
hier Geuugthuung zu fordern hat. Als ich die Dame holen
wollte —“

„Als Sie die Dame holen wollten?" unterbrach er mich
höhnend. „Wann war das, mein Herr? Die Jntroduction
hatte längst begonnen, als ich mich endlich gcnöthigt sah,
für Sie einzutreten."

Daß dem nicht so war, wußte ich sehr genau.

„Sie stellen da eine Behauptung auf, welche der Wahr-
heit eine derbe Ohrfeige gibt," erwiderte ich. „Wenn Sie
sich an mir reiben wollen, so warten Sie eine bessere Ge-
legenheit ab, hier ist nicht der Ort dazu."
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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Eine unfreiwillige Fahrt"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Watter, Joseph
Entstehungsdatum
um 1870
Entstehungsdatum (normiert)
1860 - 1880
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Student <Motiv>
Wut <Motiv>
Streit <Motiv>
Ballsaal
Streitgespräch
Junger Mann <Motiv>
Überheblichkeit
Karikatur
Uniform <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Alle Rechte vorbehalten - Freier Zugang
Creditline
Fliegende Blätter, 52.1870, Nr. 1294, S. 137
 
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