Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Wertheim (Kreis Mosbach) — Freiburg i.Br., 1896

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3 KREIS MOSBACH.

Anno 1795. Die Aufzeichnungen des Abtes Göbhardt gehen nur bis zu seiner Wahl
i. J. 1794. Kurzer Anhang von anderer Hand zugefügt. Folio-Band von 109
Seiten im Fürstl, Löwenst.-Werth.-Rosenb. Archiv; herausgegeben von J. Mone
in den Schriften der Alterth.- und Gesch.-Vereine zu Baden und Donaueschingen.
Band II (1849) 309 fr. — »Vorläufiger Entwurf einer urkundenmässigen
Gesehichts-Kunde .... des Klosters Bronnbach in Francken,« unvoll-
endetes Ms. des ehemal. Würzburger Univers.-Professors und berühmten Fränkischen
Rechtsgelehrten Jos. Maria Schneidt, J. U. D. (-J- 1808); reicht nur bis zur Mitte
des XVII. Jhs.; zwei Exemplare vorhanden: das eine im Ordinariats-Archiv zu Würz-
burg (s. Gr. Müller i. d. Cistercienser Chronik VII, S. 1), das andere im Fürstl.
Löwenst.-Werth.-Rosenb. Archiv unter Lit. D. Nr. 143; letzteres trägt obige Aufschrift
und die Jahreszahl 1759 auf dem Umschlag.

Neuere Litteratur.

Die neuesten Haupt-Arbeiten über Bronnbach sind: Die Cistercienser-
Abtei Bronnbach (eine kunstgeschichtliche Studie) von Stephan Beissel,
S. J. in: Stimmen aus Maria-Laach XXXIV (1888) 67fr. und 180 ff. und Chronik
des Klosters Bronnbach vom P. Gregor Müller in der Cistercienser-Chronik VII
(1895) Nr. 71 ff., mit einigen Abbildungen.

Dazu kommen die betreffenden Stellen im 1. Bande von J. Aschbachs Gesch.
der Grafen von Wertheim (Frankfurt a. M., 1843) und im 1. Bande der Originum
Cisterciensium von P. Leopoldus Janauschek (Vindabonae 1877), ferner in Th.
Grebners Compendium Historiae Universalis etc. T. II (Wirceburgi 1761),
in der alten Würzburgischen Chronik des Lorenz Fries (ältere Ausgabe von P. von
Ludwig 1713, neue Ausgabe von Schäffler und Henner, Würzburg i883)u. a. a. O.

Kunst geschichtlich es bei: Schnaase, Gesch. d. bild. Künste (IL Aufl.) III,
322 f.; Kugler, Gesch. d. Baukunst II, 462 f.; Dohme, die Kirchen des Cister-
cienser-Ordens in Deutschland, Leipzig 1869, S. 70 ff.; Niedermayer, Kunstge-
schichte der Stadt Wirzburg (Freiburg 1864) S. 128 ff.; A. Matthaei, Beiträge zur
Baugeschichte der Cistercienser, Darmstadt 1893 passim; Dehio und von Bezold,
die kirchliche Baukunst des Abendlandes I. Band (Stuttgart 1892) passim, sowie in den
bekannten Werken von Otte, Lübke, Dohme u. A. (s. a. unten S. 25).

Die einzige werth volle alte Ansicht bietet der Kupfer von CasparMerian, der
in Fig. 2 verkleinert wiedergegeben ist, mit Ueberschrift, Legende und Dedikation an
den Abt und Prälaten Franz. Wundert (1670—1699). Da die von Wundert errichteten
Gebäude als vollendet dargestellt werden, so ist die Entstehung dieses Blattes wohl um
1695 zu setzen.

Wie der fast genau ebenso grosse Casp. Merian'sche Kupfer mit der Ansicht von Wertheim
(Verbrennung der Proviantschiffe) scheint auch unser Blatt nicht einem grösseren Werke anzuge-
hören, sondern ein Einzelblatt zu sein, das der betriebsame Frankfurter Kupferstecher und Händler
wahrscheinlich auf Bestellung gefertigt hat. (Vgl. F. Wibel, die alte Burg Wertheim, Freiburg
und Leipzig 1895 S. 24.) A. Kaufmann hat darauf aufmerksam gemacht (Archiv des hist. Vereins
v. Unterfranken u. Aschaffenburg XIX, Heft I S. 193, Anmerk. 1), dass in einem Häuserverzeichniss
der Stadt Wertheim aus dieser Zeit ein »Caspar Merian« als Hauseigenfhümer daselbst und zwar
vor dem Mühlenthor wohnhaft, aufgeführt wird; doch bezeichnet er sich auf dem Stich selber als
»Bürger in Frankfurt am mayn.« Immerhin könnte er ein Haus in Wertheim besessen haben.
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