Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Wertheim (Kreis Mosbach) — Freiburg i.Br., 1896

Page: 71
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AMT WERTHEIM, - BRONNBACH. „ j

73- (S°) Senator Johannes Matthaei von Grünsfeld -j* 1683.
Mittelgrosse Platte (r. S.) mit Wappen in der Mitte und Aufschrift darüber und
darunter.

74. (H)*) Abt Johannes VII. Pleitner f 1563.

Grosse Platte (r. S.) weiss übertüncht, mit der Figur des Abtes (Flachrelief) in
Amtstracht und der Aufschrift: ANNO l DNI l 1563 DIE 23 MARTII OBIIT
VENERAD'S DNS JOHANN PLEITTNER COENOBII BRVNBACH
ABBAS CUTS AIA IN PACE QVIESCIT. Wappen: Aufrechter Abtstab mit
umgelegtem Kleeblattstengel.

75. (G) Abt Jo-hannes VIII.Knoll f 1583.

Grosse Platte (r. S.) wie 74. Wappen: schräg liegender Abtstab mit Kleeblatt-
stengel und Kreuz darüber. Die Aufschrift gibt abweichend vom lib. mort. (-J- 7. Juni
1582) das Jahr 1583 als Todesjahr an. Die Arbeit bei beiden Platten ist handwerksmässig,
besonders in den Gesichtern. Proportionen viel zu kurz.

c) Im Querschiff.

Wir beginnen im Süden:

76. (I) Abt Marcus Hauck von Lohr -f- 1548.

Grosse Platte (r. S.) wie Nr. 74 u. 75 (Wappen: Winkelmass mit Setzlatte (?) darüber)
der erste Abt, der in der Kirche beigesetzt worden ist. Ein Zusatz zur Inschrift bekundet :
hie auetoritate apostolica ineepit infula uti in hoc coenobio, und erscheint er denn auch
mit der Mitra auf dem Haupte. Die Figur ist noch untersetzter, als auf den vorhergehend
aufgeführten Steinen und wirkt beinahe komisch.

77. (D) Abt Johannes X. Thierlauf f 1641.

Grosse Platte (r. S.) in der Art der vorhergehenden; die Figur etwas besser
proportionirt.■ Volles Ornat. Wappen: Hirsch mit Abtstab. Umschrift bei Kühles
(a. a. O. S. 107) und Müller (a. a. O. S. 238).

78. (B) Abt Valentin Mammel aus Mellrichstadt -f- 1672 und

79. (A) Abt Franziscus Wundert aus Grünsfeld -f- 1699.

Diese beiden, als Gegenstücke am Eingang ' zum Chor beiderseitig in der Bogen-
Laibung angebrachten Epitaphien, (r. S.) machen trotz der weissen Tünche, die auch sie
bedeckt, einen wesentlich bessern Eindruck, als die vorhergehenden Steine. Die Figuren
sind richtiger proportionirt, die Gesichter mehr individuell und lebhafter. Die Ausstattung
beidemal dieselbe: reich verzierte Amtstracht mit Stab, Buch und Inful; zu unterst
vor den Beinen das Wappen (Bienenkorb — Sirene mit 3 Sternen darüber). Bei Nr. 78
noch links oben ein geflügelter Engelskopf neben dem Haupte des Abtes; bei Nr. 79
der Crucifixus mit Seraphflügeln in Wolken. Die ausführlichen Umschriften bei Kühles
(a. a. O. S. 98 und S. 124) und Müller (a. a. O. S. 243). St. Beissel (a. a. O. S. 186)
und nach ihm Müller (a. a. O. S. 271) berichten auch über die mit dem Seraph-Crucifix
zusammenhängende Lokalsage.

J) Die Abt-Steine hier oben sind mit grossen lateinischen Buchstaben bezeichnet.
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