Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Wertheim (Kreis Mosbach) — Freiburg i.Br., 1896

Page: 154
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KREIS MOSBACH.

Fensterladen

Grabsteine

Nördlich an der Ecke zwischen Chor und Schiff erhebt sich der Thurm, in
dessen Untergeschoss sich die Sacristei befindet. Schönes Sterngewölbe. Zugang
zu den Obergeschossen und den Glocken durch eine Wendelstiege links in der Ecke
zwischen Sacristeithür und Triumphbogen.
Steinmetzzeichen Anden Strebepfeilern, von denen die vordersten schräg gestellt vor die Westfront

vorspringen, finden sich folgende Steinmetzzeichen:

* i i1A f Y £ X r X £ % ¥ *

Am eichenen Fensterladen oben im Westgiebel die Jahreszahl ]XAS ein-
geschnitten, darunter ein Wappen mit Kreuz und eine Zeichnung, in Folge von Ver-
witterung nicht mehr recht erkennbar.

Schön geschnitzte Barock-Kanzel (Fig. 63) aus dem Kloster Bronnbach
(Winterrefectorium?) stammend, 1856 geschenkt.

An der südl. Schiffs wand: ■

1. Grabstein (r. S.) des Junkers Johannes von Stettenberg (-{* 1529).
Zeigt einen Ritter in voller Rüstung mit Streithammer in Hochrelief, und in den Ecken
die vier Wappen von 1) Stettenberg, 2) Biberach, 3) von Aufsess und 4) ? (gebrochenes
Rad). Die Umschrift lautet:

SCnna aen • m [ac]a ■ ttiz • int • an • £ant • iuha • tag • aa • ^taru ■
aer • eröer ■ uno • bebten • juntRcr • ieJjann • uan ■ ^tetenöerg • aem ■ gat •
gneaig feu.

2. Grabstein des Philipp Eucharius von Stettenberg, des Erbauers
der Kirche (f 1519). Als Mittelstück des Grabsteins (r. S.) der Wappenschild mit
der Stettenberg'schen Kanne und der Helm mit Mütze und Menschenkopf als Zimier.
Die Umschrift lautet:

atnia nni 1519 uff mantag nerfj marie gcjnirt $t entienöt tnaraen aer
erüat una bt$t uljiüiPU eucfjartu£ uon Stettennerglt aem gat genae amen •
una ujt antjauenaer aaUimeuäter attä »aus fjat audj aen ersten 3tenn Ijelffen
legen.

Beide Grabsteine waren an der ehemaligen Chorabschluss-Mauer, d. h. vor den
jetzigen Chorstufen im Boden gelegen.

An' der nö r d 1. Schiffswand:

1. Grabstein der Regina von Stettenberg (f 1574). Das Relief der Figur
und die 4 dieselben umgebenden Wappen sehr abgetreten. Die Umschrift lautet:
ANNO DNI 1574 DEN 26 AVGVST STARB DIE EDLE UND THUGEND-
SAME JUNGFRAW REGINA VON STETTENBERG IHRES ALTERS XI
JAR DER GOT EIN FROLICH AUVERSTEHUNG GEBE ZUM EWIGEN
LEBEN- Ohne Zweifel handelt es sich hier um eine bei Biederman nicht angegebene
Tochter des Johann Georg von Stettenberg, des Stifters der zweiten Hauptlinie des
Hauses, der mit einer Voitin von Rineck verheirathet war; daher rechts oben das
Wappen der letztgenannten Familie.

2. Grabstein eines Stettenberger's in voller Rüstung mit 4 Wappen in
den Ecken, und einem Schriftzettel links, dessen Inhalt nicht mehr zu entziffern ist,
während der entsprechende Zettel rechts nichts über die Person aussagt. Die Wappen
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