Oechelhäuser, Adolf von ; Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 4,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Wertheim (Kreis Mosbach) — Freiburg i.Br., 1896

Page: 299
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AMT WERTHEIM. — WERTHEIM. ,2qg

M 9a. Das Rathhaus mit dem alten, bis in's XIII. Jh. zurückreichenden, Klink-
hardhof und dem Rankenhof, dessen Gärten bis zum Ende der Rathhausgasse
sich hinzogen (s. oben S. 285).

E 351. (Noa Götz) Eckhaus nach der Wenzelgasse. Vier von den steinernen ver-
zierten Kragsteinen unter dem ersten Obergeschoss (s. Fig. 130) sind mit Brust-
bildern gekrönter Männer geziert; darunter Tafeln mit. gereimten, wegen Uebermalung
und schnörkelhafter Schreibweise schlecht lesbaren Inschriften:

1) Die linke Hand des Königs hält einen (abgebrochenen) Maassstab (?):

' btt mafftan ijat
t • imft m ■ mit • ift
Ut örörift mansnmafß

2) Auf der linken Schulter ein Winkelmaass, in der rechten Hand ein Scepter:

W>tt tainffrefljacS Ijat fünft 45enu0
fn man öraurfjt an oft bau trg (Trug)

3) In der rechten eine Kugel, in der Linken ein abgebrochener Zirkel (?):

3ittM Stimmt urn gemljtijant
un gntt ^imant an£ ffiacno

4) In der Linken eine Setz-Waage, in der Rechten ein Scepter oder Schwert:

^ie ä©ag ift inal ju loue

3ßigt an JtßrijOe flnUß (statt Globe, Glauben)
Anscheinend gehört auch dieses Haus der ersten Hälfte des XVII. Jh. an. Jahr-
zahl nicht zu entdecken.

E325 und Nebenhäuser stehen auf dem Areal des alten Rüdenhofes (s. oben),
der bis zur Eichelgasse sich erstreckte. ,

Obere Eichelgasse. E 347. Ueber der Rundbogenthür im ^P .1.5.81.

Von dem über dem I. Geschoss sich hinziehenden Spruch ist nur der Schluss erhalten:
. . . . tß ü^Elffgr 3$t. Auf den Facetten-Quadern, welche die Kanten säumen, sowie

an den Thürgewänden die weiteren Steinmetzzeichen: sF Tt i\\. Im Hinterhofe
ein gewölbeartiger Bau mit Rundbogenthür gleichen Alters.

Im Garten fand sich eine alte Treppenanlage, die entweder zu dem daselbst
vorhandenen Mauerthurme an der Ersten Stadtwehre (s. oben S. 205) führte, oder dem
sogenannten »Knappenweg« angehörte, der hier zwischen diesem und dem Nachbar-
hause zur Abkürzung auf den oberen Theil des Burgweges geführt haben soll.

In Verfolg dieser Strasse gelangt man (ehemals durch das Eselgarten- oder
Hirtenthor, das die dritte Stadtwehr gen Ost durchbrach) beim Beginn der sogen.
»Eichelsteige« zu dem Judenfriedhof (s. oben S. 292), vor welchem auch ehe-
mals der Weiber fr iedthurm mit Thor als äusserste Schutzwehr der Stadt sich erhob,
und auf der Eicheler Landstrasse zuletzt zu dem sogen. Hof- oder Herrengarten
(s. oben S. 279).

Ausserhalb der alten Stadtmauer führt die Packhofstrasse zurück zur Vaitsgasse,
die früher durch das gleichnamige Thor nebst dem Thurm abgeschlossen war. In
derselben (Posthalterei von Scherz) das Terrain des ehemals so wichtigen, schon Mitte des
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