Das Kunstgewerbe in Elsaß-Lothringen — 2.1901-1902

Seite: 206
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facsimile
2o6 Bürgerliche oder kirchliche Verwaltung des Liebfrauenstifts in Strasshurg.

Candelaber für den üutenbergplatz bestimmt. Schmiede-
arbeit ausgeführt nach Entwurf von Prof. Seder in der
Schlosserabteilung der Kunstgewerbeschule, n n n n n h

weggefallen. Auch reine Kirchenbaufonds
verwaltet der Gotteshausvorstand56, selbst
soweit Zuwendungen hiefür ausdrücklich
nur zu Händen der bürgerlichen Gemeinde
erfolgen. Die bürgerliche Gemeinde wird
zwar mitermächtigt, wirkt jedoch nur
überwachend mit, indem sie die Verwal-
tung dem Kirchen vorstände überlassen
muss. Diejenige öffentliche Anstalt, der
das Innere des Gotteshauses überwiesen
ist, sorgt auch für das äussere Gebäude;
auch einen Baufonds verwaltet also nur sie

selbst, weder der Staat, noch ein Dritter.
Nach französischem Recht" ist das
Arbeitsfeld der öffentlichrechtlichen An-
stalten endgültig getrennt, so dass eine
Stiftung für Bau eines Gotteshauses nur
von der gesetzlich hiezu berufenen Be-
hörde, also weder von der bürgerlichen
Gemeinde, noch vom Staate verwaltet
werden darf.

IX. Zufolge des Concordats (Art. 12)
und der organischen Artikel hiezu Art. 76
gebührt die Ueberwachung und Unter-
haltung der (Pfarr- wie Dom-) Kirchen den
Fabriken",s (oder Gotteshausvorständen);
hiermit mussten auch die in der Zwischen-
zeit getroffen gewesenen Bestimmungen in
Uebereinstimmung gebracht werden. Um
so weniger konnte das Staatsoberhaupt
bei seitdem erlassenen Dekreten von den
Bestimmungen abweichen, die durch das
Kultusgesetz vom 18. Germinal X (oder
8. April 1802) festgelegt waren. Der
Consularbeschluss vom 25. November i8o3
ist also insofern nichtig53 oder unverbind-
lich, soweit er ein der Kirche gesetzlich
gewährleistetes Recht verletzt oder an
Stelle des Domkirchenrats den Stadtrat
mit der Verwaltung der Liebfrauenstiftung
betraut. Falls das Staatsoberhaupt'10 nicht
den Consularbeschluss hierin berichtigt,
kann sowohl die bischöfliche Tafel, als
das Domkapitel oder der Domkirchenrat
hierüber eine Entscheidung des Bundes-
rats8' herbeiführen.

' Bl. S. b bedeutet S. b dieses Sammelwerks. —
• Im «Hohen Stift« kamen seit n37 nur Adeligen 28
Domher renpfründen zu; Geigel: Kirchen- u. Stiftungs-
recht 1898/1900 (abgekürzt: Ggl.) I, 348. — :l De'troyes:
L'oeuvre Notre-Dame p. 14. — * wie Hagenau und
Schlettstadt; Hanauer: Cartulaire de Haguenau und
L'ceuvre de Notre-Dame de Strasbourg, Sonderabdruck
aus Rev. cath. d'Alsace 190t; H 28 bedeutet S. 28 dieses
Abdrucks. — Ggl. [, 3oi, vgl. i5C>, 2i5; Rev. nouv.
d'Alsace IX, p. 289. - ■ Vering Kirchenr. i8g3, S. 780,
vgl. Kraus Kirchengesch. 1887, S. 432, 460 f. — 7 Ggl. I,
140, Anm. 3, 3oi. — • Ggl. I, i73, 207. — 9 Königs-
hoven-Schilter, S. 233. — '» bis 1428, Bl. S. b, 7, <i, i3;
H 14. - " BL S i2, H 14, 43, vgl. Ggl. I, 74. Bl.
S. 2. 126, 407. — H H 6, 42, 38. — '« Bl. S, 4, 2D2,
H i3. — 15 unten Anm , 23, Bl. S. 29, 36, 179, 3o8; H 17,
19, 36. — tfDacheux, Geiler v. Kaysersberg, p. 88 und
XX VIII. - 0 Bl. S. 3. — 18 H 8, 10, 5t. — " Bl. S. 62,
275, 3i3. — "'abzüglich a)der Kinkaufsgclder der Pfründ-
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