Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1.1967

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sich parallel nebeneinander sei es in reineren oder
in eklektisch miteinander verflochtenen Formen
entwickelt haben.
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In bezug auf Stilformierung kann das 19. Jh.
als spekulativ-experimental betrachtet werden,
auch wenn es in einer schwerfälligen Weise einen
seiner Zeit entsprechenden architektonischen Stil
sucht. An den Fassaden der neuen Bauten spiegelte
sich ein verborgen tiefer widerspruchsvoller Pro-
zess, in einer komplizierten Weise verwurzelt in
den Beziehungen zwischen der nicht-traditionellen
Position des neuen bürgerlichen Architekten und
seinem betonten Streben sich vor der Welt zu
präsentieren, weiter in der Entdeckung neuer Bau-

materialien und technologischer Prozesse, dies
alles verbunden mit einer vorübergehenden Ratlo-
sigkeit bezüglich der vollen praktischen und
künstlerischen Anwendung dieser Faktoren. Die
ganzeuropäische Entwicklung und die schnelle
Verbreitung neuer architektonischer Richtungen
wurden auch durch das sich immer weiter ausbrei-
tende Blickfeld in der Welt beeinflusst; diese
Erweiterung des Gesichtskreises wurde ermöglicht
durch neue wissenschaftliche und technische Erfin-
dungen, Entwicklung des Transportwesens, durch
einen erweiterten Austausch von Informationen,
durch die Möglichkeit weiter Reisen, Publikation
von Fachliteratur, Zeitschriften, Schulwesen, aber
auch durch die allmähliche bessere Erkenntnis
der Vergangenheit, archeologische Ausgrabungen
und durch eine tiefere Studientätigkeit auf dem

8. Spišský Hrhov, Schloss.


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