Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1.1967

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die Logik des erstgenannten vom Klassizismus
zu Versuchen um eine pseudogotische Konstrukti-
vität, den anderen zur Betonung der Pseudorenais-
sance, wobei beide in ihrer ihnen eigenen Art irgen-
deine Funktionalität im architektonischen Ausdruck
verfolgt haben. Ein bedeutender Nachfolger dieser
Theorien war der Wiener Architekt Otto Wagner,
der — gerade in der bereits erwähnten letzten
Dekade des vergangenen Jahrhunderts, also zu
einer Zeit, in wefcher es zu einer Vereinfachung
der klassischen dekorativen Artikel der Fassade
gekommen war — in irgendeiner dritten Weise die
gesuchte funktionelle Logik zum Ausdruck brach-
te: im Stile der Sezession, bei welchem es zu einer
flachen, fast graphischen Behandlung der Wände
gekommen war. Wagner’s Wiener Sezession, deren

Einfluss auch bei einigen Bauten der Slowakei
zu bemerken ist, war lediglich ein Teil der euro-
päischen, als „Jugendstil“ bezw. „L’Art Nouveau“
bezeichneten Bewegung, die schon gegen die Sinn-
losigkeit der Geschichte-Kopierung kämpfte. In
Budapest war es der Architekt Edmund Lechner,
der sich die Sezession aneignete in einem Expe-
riment um den „ungarischen Nationalstil“; in
diesem Sinne hat er auch in der Slowakei einige
Bauten projektiert.
Anfags des 20. Jh. entstanden in der Slowakei
weitere Bauwerke, die mit der zeitgenössischen
europäischen Architektur Schritt gehalten haben;
diese Architektur äusserte sich in der Kreuzung
und gegenseitige Überschneidung verschiedenartig
ausklingender und entstehender Ausdrucksrich-

13. Bratislava,
Arbeiter wohn -
häuser, 1902.


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