Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1991

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íšan Jurkovič: Sog. Legiohäuser in der Ursiny Strasse, 1923—24. Foto T. Leixnerová


Staatsgewerbeschule in Wien und im Atelier von
?hal Urbánek in Vsetín ausgebildeter Architekt,
‘iisierte im Jahre 1920 die Arbeitersiedlung Dy-
nitka. Den Fragen des Wohnens schenkte Jur-
ič auch in den folgenden Jahren Beachtung, als
gemeinsam mit dem Architekten J. Pacl) 9 Miet-
ad 9 Familienhäuser (in der Ursiny Strasse, die
sog. Légiohâuser), bzw. auch 5 Familienvillen (in
der Güntherova Strasse) baute, alle in den Jahren
1923—24.
Programm seines Schaffens war die Erneuerung
der traditionellen Werte und nationalen Charakte-
ristika in der Architektur. In Übereinstimmung mit
seinem Vorkriegswerk hat er äusserste Aufmerk-
samkeit gleichermassen den Funktionsaspekten
wie auch der bildkünstlerischen Gestaltung gewid-
met. Während die Fassaden der Wohnhäuser äus-
ser mit den traditionellen architektonischen Ele-
menten (Balkone, Loggien, Dacherker usw.) oft
auch mit ornamentalen dekorativen Elementen

geometrischen, vegetabilen oder figurativen Typs
belebt werden (die er stets konsequent nach dem
Haustyp und dem Charakter der Umgebung an-
wendet), erzielen die Projekte für öffentliche Bau-
ten vor allem durch die angewandeten rein archi-
tektonischen Ausdrucksmittel ihre Wirkung und
erreichen durch eine gewisse Strenge eine eigene
Monumentalität (zum Beispiel das Wettbewerbs-
projekt für ein Bankgebäude in Bratislava vom
Jahre 1922).
Eine kontinuierliche Entwicklungslinie seiner
Arbeiten für die Militärfriedhöfe (in Galizien in
den Jahren 1915—17) gipfelt im Projekt für das
Grabmonument des Generals Milan Rastislav
Štefánik auf dem Berg Bradlo (aus den Jahren
1919—28). Trotz der engen Beziehung zu den tradi-
tionellen Werten der Architektur (unter anderem
beschäftige er sich intensiv auch mit der Problema-
tik der Denkmalsrekonstruktion und Adaptation)5,
verschliesst sich Jurkovič jedoch der Aufnahme

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