Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 1991

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14 BRAUNFELS, W.: C.d. v pozn. 2, s. 537—538.
15 CHYTIL, K.: Památky českého umění iluminátorského.
I. díl. Knihovna musea království českého, s. 16, obr. 8.
16 VYSKOČIL, J. K.: Arnošt z Pardubic a jeho osoba. Pra-
ha 1947, s. 301—302.
17 DVOŘÁKOVÁ, V.— KRÁSA, J.— STEJSKAL, K.:
pozn. 1. s. 17.
18 Tamtéž, s. 95.

19 TOGNER, M.: Středověká nástěnná malba v Gemeri.
Bratislava 1989, s. 74, ob. 21.
20 ŽÁRY, J.: Dvojlodbvé kostoly na Spiši. Bratislava 1986.
s. 62.
21 DVOŘÁKOVÁ, V. KRÁSA, J. STEJSKAL, K.:
C. d. v pozn. 1, s. 172.
22 Tamtéž.

Zur Darstellung der hl. Dreifaltigkeit als Gruppe dreier Gestalten, Köpfe, Gesichter

Die Dreifaltigkeitsikonographie erreichte besonders im 14.
und 15. Jahrhundert in der Slowakei eine beträchtliche Verbrei-
tung in der Wandmalerei und in der Plastik. Wir finden hier
wohl alle ikonographischen Typen, die im mitteleuropäischen
Gebiet verbreitet sind, vor (Gnadenstuhl, Dreifaltigkeitsdarstel-
lungen in Psaltern u. a.). Diese Studie stellt sich das Ziel, sich den
weniger gebräuchlichen ikonographischen Motiven der hl. Drei-
faltigkeit in Gestalt von drei Personen, drei Köpfen und drei
Gesichtern zu widmen. Die genannten Motive kommen in der
Slowakei überraschend häufig vor, bezogen etwa auf das böhmi-
sche Umfeld, wo aus dem 13. und 14. Jahrhundert bisher nur
zwei Beispiele bekannt sind (die Konsole im nordöstlichen Sei-
tenschiff der Dominikanerkirche in České Budějovice und die
Illuminationen im Orationale Aernesti). Ein formales Auftreten
der Motive, die uns interessieren, ist schon in der Antike zu
finden (Hermes trikephalos) und im slawischen Pantheon (Tri-
glav). Das Dreifaltigkeitsdogma ist einer der Ecksteine der ka-
tholischen Dogmatik. Dieses Dogma war man bestrebt, theolo-
gisch zu erklären, im gewissen Sinne vereinfachend gesagt, in
welcher Beziehung die Natur von Gottes Sohn zum Vater und
zum Heiligen Geist steht. Die Kirche war stets bestrebt, die
Trinität als „Trinitas in Unitas“ und als „Una substantia très
personae“ auszulegen. Die Darstellung der Dreifaltigkeit mit
Hilfe dreier Gestalten, auch dreier Gesichter stiess schon in
frühchristlicher Zeit auf das Problem der Personifizierung Gott-
vaters und besonders des Heiligen Geistes. Theologen und
Künstler behalfen sich damit, dass die Trinität auf den ältesten
Denkmalen die Dreiheit der Engel verkörperte, die vor Abra-
ham und seiner Frau im Hain Mamre erschienen sind (Gen. 18,

1—33). Aus dem 12. Jahrhundert sind die ältesten Beispiele der
Darstellung der hl. Dreifaltigkeit mit Hilfe dreier Gestalten
bekannt. Dieser Typ besteht dann bis ins späte Mittelalter weiter
und ist in einigen Gebieten populär (Donauländer, Nürnberg).
In der Slowakei sind Wandmalereien dieses Typs der hl. Dreifal-
tigkeit in den Wandmalereien der Minoritenkirche in Levoča
(Leutschau, um 1390) erhalten. Zahlreich sind die Beispiele der
Dreifaltigkeit, die mit drei Gesichtern dargestellt werden. Es
sind das besonders die Wandmalereien in der Kirche von Ochti-
na (80-er bis 90-er Jahre des 14. Jahrhunderts), der südwestliche
Schlusstein unter der Empore der zweischiffigen Kirche in Velká
Lomnica und die Wandmalereien, die heute allein durch Aqua-
rellzeichnungen überliefert sind und die sich in der St. Trinitäts-
kirche in Rákoš befanden. Mit drei Gesichtern kann auch der
Teufel dargestellt sein, wie auf der Wandmalerei im Presbyteri-
um der Kirche von Horné Jaseno.
Allgemein bekannt ist das Motiv der hl. Dreifaltigkeit mit
drei Köpfen von der Wandmalerei in der Heiliggeistkirche in
Žehrá. Drei individuell nicht differenzierte Gesichter entwach-
sen dem Körper, der mit der linken Hand segnet und in der
rechten Hand ein Buch hält. Der Gestus des Segnens und das
Atribut des Buches verraten, dass es sich um eine betont christo-
logische (eschatologische) Bedeutung handelt.
Im Hintergrund bleibt die unbeantwortete Frage nach der
Ursache einer solchen Verbreitung des Dreifaltigkeitsmotivs in
der Slowakei. Ihre Beantwortung erfordert weitere Studien,
besonders zu den örtlichen Verhältnissen.
Deutsch von Kuno Schumacher

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