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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 17.1941/​1947(1941)

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https://doi.org/10.11588/diglit.42016#0130

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Verhältnisse noch sehr irn Dunkeln Angesichts der Londertüinelei irn Dreis-
gau wird überhaupt der Verdacht auttaucben, dab sich die Duttler'scben 2eit-
stuten weitgehend in regionale Londergruppen autlösen werden. V^is etwa die
Kalottensebalen init Lcbrägrand ausgesprochen inittelrbeinische Verbreitung
besitzen (Duttler, Vst. 19, 1. 7), so sebeint der Denkeikrug vor allein irn nord-
alpinen Dereicb verbreitet gewesen 2u sein. Lebon irn Dreisgau teblt er voll-
kornrnen, anscheinend auch irn Ltrabburger Daurn, jedoch tritt er auk dein
lVhebelsberg wieder aut. ürngekebrt fällt cler starke Dro^entsat^ sebliek-
geraubter Olockengetäbe rnit Ltandböden, aber aucb cler bauebigen Dlascben
irn Kaiserstublgebist aut, wäbrencl bier runclboclige Oetäbe aller TVrt uncl lul-
psnbecber gan^ in clen Hintergrund treten. TVucb diese Drscbeinungen bat der
Dreisgau rnit dein Ltrabburger Dänin gerneinsarn, wo beispielsweise lVlundols-
beiin-Dausbergen gute Vergleiebsrnögbebkeiten bietet lVlan ist tast ver-
sucht, an einen linksrheinischen Verbindungsweg Zwischen Ltrabburg und clern
südlichen Oberrbein ^u denken init einein alten Übergang etwa irn Dreisacher
Dereicb, während der lVhebelsberg viel rnebr an Dundplät^e des bleckargsbietes
an^useblieben ist^^). Kur Dackteller und eintacbsre Lchalentorrnen scheinen
Oerneingut des lVhebelsberger Kreises gewesen ?u sein. Ds wäre vertrübt, hier
schon klare Dinien sieben ^u wollen. Lo ünden etwa die erstaunlichen Oegen-
sät^e Zwischen lVlun^ingen einerseits und Durkbeiin wie Ibringen-Diegel an-
dererseits nur schwer eine einleuchtende Drklärung. lVlan bedenke, clab Zwi-
schen diesen Dundpunkten nur etwa 20 krn Dnttsrnung liegen. Allerdings dart
nicht überseben werden, cla6 wir überall ^a nur Ausschnitte und keine voll-
ständig ausgegrabenen Liedlungen besitzen. Der nächste Veg rnübte sein, aut
dein IVegs exakter Kartierung kleinere regionale Oruppen hsraus^uünden.
Allerdings inub dalnit gerechnet werden, dab sieb hierbei bäukg lVliscbungen
be2:w. Überlagerungen rnit anderen neolitbiscben Oruppen einstellen werden
(?. D. Lebussenried, Herblingen, Kt. ZchaKbausen).
/ibschliebend soll der Versuch gernacbt werden, die lVhebelsberger Kultur in
ibrein Verhältnis ?u Renern oft genannten „europäischen Mestkreis" ^u unter-
suchen. Kacbdern D. Dsinertb als erster die kulturelle üneinbeitlichkeit der
Ztrand- und lVloordörfer irn voralpinen Dereicb erkannt batte ^), die notwen-
digen Dolgerungen jedoch, trot^ der überraschenden Lipplinger Drgebnisse, ^u
Ounsten einer hartnäckig verfochtenen Doktrin nicht ^og, bat 1934 D. Vogt^^),
gestützt auk die genauen stratigraphischen üntsrsucbungen D. Vouga's ain

^2) O. Oriinin, Oie Daalberger Kultur in lVlitteldeutscbland (lVlannus 29, 1937, 171 tt.).
Oie von Orinarn als lricbterbecber in Anspruch gcnornrnenen OetälZe (etwa D.
Deinertk, Steinzeit d. Schweb, ^.bb. 58, 19. 25; ders. Obronologie, lat. 13, 21. 23)
gehören in ^ichbühler-^lthelrner ^usarnrnenbang und sind der lkeiükultur ^u?:u-
sprecben.
^3) Vgl. b^nrn. 24. Heben den schlickgeraubten Oirnergetäben (D. Henning, lat. 1)
und der Olasebe bat der kleine Var^enbecber Kr. 11 in Munzingen ein genaues
Oegenstück (lat. 33, 8).
^^) Otwa <7. Sebuchhardt, Deutsche Vor- und Drübgescb. i. Oildern, 2. ^.utl. 1936,
lat. 20, 97. Oer 2usarnrnenseVung der lunde nach dürtte es sich kaurn urn einen
Orabtund bandeln.
^5) IV. O. Ouvan ln Schwein. 2eitscbr. Krcbäol. Kunstgescb. 4, 1942, 65 lt.
^6) O. Deinertb, Oas Dtabldort Sipplingen (Schritt. Ver. t. Oescb. Dodenses 59, 1932).
Vie leicht hätte der llorgener Dori^ont schon ?wei dabre trüber nach Sipplingen
benannt werden können!
4') O. Vogt in Oerrnania 18, 1934, 89 tt.
 
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