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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 22.1962

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https://doi.org/10.11588/diglit.43789#0138

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Gerhard Fingerlin

Grab 73: Erwachsen, Geschlecht unbestimmt, Nordwestecke der etwa rechteckigen Grube durch
Leitungsgraben durchschnitten; L. 2,20 m, Br. nicht bestimmbar, T. 1,10 m.
Bestattung in gestreckter Rückenlage, rechter Arm leicht angewinkelt, Hand im Becken; Schädel
und Oberkörper (links) von der Störung erfaßt, die meisten Rippen vergangen.
Beigaben:
Auf dem oberen Rand des linken Beckenknochens:
1. Ovale Bronzeschnalle (Sn 58/45:73) für 2,0 cm breiten Gürtel; Dornende quergerippt;
L. 2,5 cm, Br. 3,3 cm (Taf. 38,10).
Dicht oberhalb der Schnalle, schräg zur Grabrichtung, Spitze nach außen (?):
2. Eisenmesser (Sn 58/46: 73), zerbrochen; L. noch 12,8 cm, Br. 1,4 cm (Taf. 38,11).
Grab 74: Frau, ungestört.
Umriß rechteckig; L. 2,35 m, Br. 1,15 m, T. 1,60 m.
Etwa in Mitte der Grabgrube Wandspuren eines schmalen rechteckigen Holzrahmens oder
Kastens aus ca. 0,05 bis 0,07 m starken Brettern; Innenmaße 1,95 x 0,40 m, H. nicht meßbar.
Bestattung in normaler Rückenlage, ziemlich gut erhalten (Taf. 43, 3).
Beigaben:
Auf der rechten Beckenschaufel:
1. Ovale Bronzeschnalle (Sn 58/47: 74) für 2,0 cm breiten Gürtel; Dornbasis quergerippt, Dorn-
rast durch zwei flache Wülste markiert; L. 1,8 cm, Br. 3,0 cm (Taf. 38, 4).
Auf dem rechten Beckenknochen lagen auf einem Haufen die Bestandteile eines eisernen Ketten-
gehänges, das am Gürtel befestigt war und beim Tragen vermutlich bis zu den Knien reichte.
Neben eisernen Anhängern hing auch eine Bronzepinzette am unteren Ende des Gehänges, das
demnach auch eine praktische Funktion hatte.
2. Konglomerat von stark beschädigten Stangenkettengliedern (Sn 58/49: 74); die Einzelteile
ließen sich bei der Präparation nicht mehr trennen; die Zahl der Glieder und die Länge der
Kette konnte daher nicht bestimmt werden ((Taf. 38, 6).
3. Keulenförmiger Anhänger (Sn 58/49: 74) mit Ringöse, zwischen den Kettengliedern ein-
gerostet; L. 5,7 cm.
4. Fragment eines zweiten Anhängers (Sn 58/49: 74) unbekannter Form.
Bei der Bergung zwischen den Kettengliedern festgerostet (neben den Anhängern):
5. Unverzierte Bronzepinzette (Sn 58/48: 74) mit breitem, schaufelförmigem Ende; L. 7,2 cm,
Br. 1,7 cm (Taf. 38, 7).
Außen neben dem rechten Unterschenkel, etwa 0,20 m unterhalb des Kniegelenks:
6. Unbestimmbare Eisenfragmente (Sn 58/50: 74).
Auf dem linken Beckenknochen, neben den Resten des Gehänges:
7. Feuerstein (Sn 58/49: 74); L. 2,7 cm (Taf. 38, 5).
Grab 75: Mann, schlecht erhalten, vermutlich ungestört.
Die Nordseite der rechteckigen Grabgrube ist durch einen Leitungsgraben abgeschnitten;
L. 2,10 m, Br. noch 0,70 m, T. 1,15 m.
Bestattung in normaler Rückenlage, Rippen, Wirbelsäule und Beckenknochen vergangen; Störung
scheidet nach Lage der Beigaben vermutlich aus (Taf. 43,1).
Beigaben:
Außen neben dem rechten Knie, parallel zur Körperachse:
1. Sax (Sn 58/57 und 58/58:75), nach Grabzeichnung etwa 25,0 cm lang; erhalten zwei Bruch-
stücke von Klinge und Griffangel; L. noch 13,0 cm bzw. 7,6 cm (Taf. 39, 3).
 
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