Behrens, Peter; Deutscher Werkbund [Editor]
Bau und Wohnung: die Bauten der Weißenhofsiedlung in Stuttgart errichtet 1927 nach Vorschlägen des Deutschen Werkbundes im Auftrag der Stadt Stuttgart und im Rahmen der Werkbundausstellung "Die Wohnung" — Stuttgart, 1927

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BERL!N

Meine Stuttgarter Häuser
Die Planung der Häuser wurde von einfachsten Grundsätzen be-
stimmt: Die Himmelsrichtungen ergeben die Lage des Hauses und
seiner Räume. Wohn- und Schlafzimmer müssen möglichst viel Licht
bekommen, die Küche erhält Nordlicht.
Für die Lage der Raumkategorien ist die Frage der einfachsten
Bewirtschaftung maßgebend, Schlaf-, Wohn- und Eßräume liegen
also in logischer Folge zueinander.
Die technischen Ausführungen richten sich nach den Forderungen der
Wirtschaftlichkeit. Schnellbauweisen erscheinen als unbedingt not-
wendig, um Zinsverluste zu sparen. Also: Schnelle Erstellbarkeit
und schnelle Benutzbarkeit des Hauses!
Bei der Wahl des Baumaterials ist auf dessen wärmehaltende Fähig-
keiten zu achten. Auf leichte Erheizbarkeit des Hauses lege ich
großen Wert. Den Verbrauch von Wasser während des Baues sollte
man möglichst vermeiden. Ich entschloß mich daher zu einer Mon-
tagebauweise, die nur geringe Mengen von Wasser erfordert. Die
Häuser wurden als Eisenskelettbauten, ausgefüllt mit „Thermos-
platten", errichtet. Den einzelnen Bauteilen, wie Türen, Fenstern,
Beschlägen, Heizung, lag Normausführung zugrunde. Die Kosten je
eines Hauses würden sich in Berlin auf etwa 21000 RM. stellen,
einschließlich aller Nebenunkosten, jedoch ausschließlich Terrain und
Möbeleinrichtung; allerdings sind in diesen Preis die eingebauten
Schränke einbegriffen. Bei serienmäßiger Herstellung würde sich
der Preis ganz wesentlich niedriger halten lassen.


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