Vereinigung zur Erhaltung Deutscher Burgen [Hrsg.]
Der Burgwart: Mitteilungsbl. d. Deutschen Burgenvereinigung e.V. zum Schutze Historischer Wehrbauten, Schlösser und Wohnbauten — 29.1928

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Gegen den Bau eines vielgeschossigen Silos am Neckar, zu Füßen des Heidelberger Schlosses, wenden sich neben
zahlreichen anderen Zeitungen am 29. Mai 1928 die Düsseldorfer Nachrichten. Desgleichen Neue Preußische
Kreuzzeitnng vom 31. Mai 1928.
Gelegentlich der 400. Wiederkehr des Todestages des Landsknechtsführers Georg von Frundsberg lenkt die Gelsen-
kircher Allgemeine Zeitung vom 26. Mai 1928 die Blicke auf die Burg, auf der Frundsberg starb, auf die Min de l-
burg bei Mindelheim.
Die Allgemeine Thüringische Landeszeitung Deutschland weiß am 30. Mai 1928 von Verhandlungen über die
Erneuerung der Burg Schönberg im Saaletal bei Naumburg zu berichten. — Desgleichen Jenaische Zeitung
vom 26. Mai 1928.
Von Erneuerungs- und Erhaltungsbestrebungen an einer Schweizer Burgruine, Neu-Falkenstein, berichtet der
Basler Anzeiger vom 30. Mai 1928.
Auch „Der Altmärker" in Stendal tritt am 31. Mai für die Erhaltung der Burg Wettin ein.
Die Münchener Neuesten Nachrichten bringen am 27. Mai 1928 einen begeisterten Bericht „Pfingsten in Burghansen".
Die Fuldaer Zeitung teilt am 27. Mai 1928 drei heitere Geschichten aus der Vergangenheit des Wasserschlosses
Mackenzell mit.
Von der Engelsburg in Rom berichtet die Neue Züricher Zeitung am 27. Mai 1928.
„Der Deutsche" erzählt am 30. Mai 1928 von Coburg, seiner Veste, und den beiden benachbarten Schlößchen Rosenau
und Callenberg.
Über die Klärung der „Normannsteinfrage" weiß am 25. Mai 1928 das Eichsfelder Tageblatt Neuestes zu berichten.
In das Burgenland an der oberen Bergstraße von Heidelberg bis Weinheim führt am 1. Juni 1928 die Frank-
furter Zeitung.
Auf die malerische Ruine Bern eck im Fichtelgebirge weist am 1. Juni 1928 das Kamenzer Tageblatt hin.
Auf deutschschweizerische Burgen lenkt am 23. Januar 1928 die Neue Züricher Zeitung die Aufmerksamkeit.
Die Karlsruher Zeitung vom 25. Januar 1928 beschäftigt sich eingehend mit den Schicksalen der Burg Bocksberg
im Badischen Frankenland.
Die Reihe der vorstehenden Ausführungen könnte beliebig fortgesetzt werden, ohne auch uur annähernde
Vollständigkeit zu erreichen. Beachtenswert ist, daß nur eine Auswahl aus einem begrenzten Zeitraum, von: Januar
bis Juni 1928, berücksichtigt wurde.
Eingangs wurde darauf hingewiesen, daß die Liebe zur deutschen Burg ein altes Erbteil des deutschen Menschen
ist. Die Kriegs- und besonders die Revolutionsjahre mit ihren zahllosen Wirren schienen auch damit aufräumen
zu wollen, wenn nicht verantwortungsvolle Hüter solch wertvollen Gutes rechtzeitig Einhalt geboten und erneut
und mit allen Kräften auf die Werte großer Vergangenheit hingewiesen hätten. In erster Linie war es die Ver-
einigung zur Erhaltung deutscher Burgen, die hier, der bei ihrer Gründung ausgesprochenen Zielsetzung
geinäß, wertvolle Dienste leistete, einmal durch ihre weithin verbreitete Zeitschrift „Der Burgwart", die das einzige
Drgan in Deutschland ist, das sich ausschließlich mit Burgen und allen damit zusammenhängenden Fragen beschäftgt,
dann durch ihre beratende und helfende Tätigkeit, und nicht zuletzt durch die alljährlichen Burgenfahrten, die in alle
Gaue deutschen Sprachgebietes führen und so durch die Tat die Liebe zu den ehrwürdigen Zeugen deutscher Ge-
schichte bekunden und bei den in den besuchten Gegenden Einheimischen wecken und stärken.

Fürst Friedrich zu Wied
und die Burg Runkel an der Lahn.
Boa Or. O. Docring, Dachau.


jurg Runkel an der Lahn gehört zu den gewaltigsten, zu den schönsten und eindruckreichsten Burgen
in deutschen Landen. Unzählige erinnern sich mit Begeisterung der Stunden voll Weihe und Herr-
lichkeit, die ihnen im Anschanen solcher Zeugen stolzer deutscher Vergangenheit, solcher Meisterwerke
deutscher Baukunst zuteil werden, welche nur an den Wunderbaulen unserer alten ehrwürdigen Dome
ihresgleichen findet. Von Runkel aber wissen nicht viele. Wer sie sah, tat dies allzuoft aus den Fenstern
des eilig vorübersausenden Zuges, und sie war aus seinen Augen entschwunden, ehe etwas mehr denn ein flüch-
tiger Eindruck von etwas Großem, Ernstem, Bedeutungsvollem gewonnen war. Zu den wenigen Wanderern, die
hier einkehrten, gesellte sich vor allen: das hellsichtige, allem Schönen froh geneigte Völklein der Maler. Sie wußten
schon lange, was sie nach jener Burg im Lahntale zog — warum sic Freude hatten, diese immer wieder zu zeichnen,
zu malen, sei es vom Tale her, wo die Lahn funkelnd den Burgberg umströmt, sei es droben aus dem Berge in
beglücktem Aufschanen und keckem Festhalten der Mauern, der Türme, der Höfe, von köstlichen Lichtern und Schatten

0 Siehe auch Bodo Ebhardt, Deutsche Burgen 1896 sf. Berlin, Ernst Wasnruth.
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