Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten — 21.1907

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Die Wohnungskunst auf der Kölner Ausstellung.

Lösungen nur auf Grund allerneuester Er-
fahrungen und Errungenschaften finden können.
Dafür scheint Paffendorf der geborene Künstler.

Prickelnd wirkt sein Vorraum mit
Garderobe zu einer Wohnung, kleinlich sein
Empfangszimmer in hell behandeltem
Kirschbaumholz, protzig sein Speisezimmer
mit dem etwas sehr »gebauten« Büffet. Darin
ist wieder der suchende Geist, der die ver-
nünftige Form sprengt, um den sich nie
wandelnden Kern in eine neue, schlechtere
Schale zu zwängen.

Mahnend plätschern die Wasser aus Professor
Pankoks schönem Brunnenhof (Abb. S. 19)
an die eben kurz gestreifte Zimmerflucht der

Ausstellungsräume der verschiedenen Künstler
heran, und unwillkürlich sucht man Gleich-
wertiges, Ergänzendes. Der Fuß strebt in
das pompöse Speisezimmer Olbrichs zurück,
oder in seine kühl-vornehme Gartenhalle, in
Bruno Pauls behäbiges, inhaltvolles Speise-
zimmer. Das alles bildet einen Zusammen-
klang großer, festumrissener Einheiten, denen
nur die allerengherzigste Ruptkritik etwas
anzuhaben vermöchte.

So bietet auch die »Kölner Ausstellung«
in dieser Beziehung Schönheiten, die man
im Düsseldorfer Ausstellungspalast vergeblich
sucht und in Mannheim zur Zeit nicht besser
findet. — otto schulzk—Elberfeld.
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