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LAATZEN-RETHEN

Rethen wurde erstmals in einer Gerichtsur-
kunde aus dem Jahre 1215 als Rete er-
wähnt. Im Lehnsregister der Herzöge Otto
und Wilhelm von Braunschweig und Lüne-
burg taucht es als Rethem zwischen 1330
und 1352 auf. Kirchlich gehörte Rethen zu
Grasdorf. Eine im Jahre 1716 zerstörte
Kapelle wurde 1794-1796 wieder aufge-
baut, doch auch diese wurde im September
1943 völlig vernichtet. Nur noch Teile des
als einfache Saalkirche AN DER BRUCH-
RIEDE 2 errichteten heutigen Baues mit ver-
putztem Bruchsteinmauerwerk und Eckqua-
derung, gegliedert durch vier flachbogige
Fenster mit Sandsteineinfassung, stammen
von der ursprünglichen St. Petri Kirche.
Im alten Ortskern bezeugt das Haupthaus
der Hofanlage PEINER STRASSE 24, ein
langgestreckter, stockwerksartig abgezim-
merter Vierständerbau unter Halbwalmdach
mit geputzten Gefachen und eingezoge-
nem Dielentorbereich, datiert 1817, zusam-
men mit den Nebengebäuden und der Zie-
geleinfriedung der riesigen Hof- und Garten-

fläche den ehemaligen Reichtum der Rethe-
ner Bauern. In direkter Nachbarschaft steht
AN DER BRUCHRIEDE 3 ein kleinerer Vier-
ständerbau, ebenfalls mit eingezogenem
Dielentorbereich, unter Halbwalmdach aus
dem Jahre 1813. Auffallend bei diesem
Fachwerkbau ist die Eckstrebe, die von der
Schwelle zum Außenwandrähm reicht. Von
der am östlichen Rand des alten Ortskernes
gelegenen Hofstelle STEINWEG 15 ist das
zweigeschossige Wohnhaus als Baudenk-
mal ausgewiesen. Der auf der Giebelseite
durch sechs Fensterachsen gegliederte
Bau in Ziegelbauweise unter Satteldach
steht auf hohem längsrechteckigem Keller-
geschoß. Hierdurch erfährt die mächtige
Wirkung des Gebäudes, das aus der Zeit
um die Jahrhundertwende stammt, noch
eine Steigerung. Als Altenteiler gehörte frü-
her der Vierständerbau im STEINWEG 17 zu
der Hofanlage. Das Hallenhaus mit außer-
mittigem Dielentor ist in den siebziger Jah-
ren zu Wohnzwecken umgebaut worden,
wobei einige für landwirtschaftlich genutzte
Bauten unübliche Materialien Verwendung
gefunden haben.

Bemerkenswert ist das Herrenhaus in der
HILDESHEIMER STRASSE 343 aus der Zeit
um 1800, das bis 1974 als Verwaltungsge-
bäude genutzt wurde. Es steht in der Süd-
ecke des ehemaligen Rittergutes der Fami-
lie von Hartmann, das mit dem Park als
Gesamtheit baulicher Anlagen ausgewie-
sen ist. Der traufständige, im zweistöckigen
ehemaligen Wohnteil durch fünf Fenster-
achsen gegliederte Vierständer unter Halb-
walmdach ist heute mit hell gestrichenen,
waagerechten Brettern verkleidet.
Nach dem Bau der Eisenbahnlinie von Han-
nover nach Hildesheim entwickelte sich
Ende des 19. Jh. in Rethen eine rege Bautä-
tigkeit zwischen der Hildesheimer Straße
und dem Bahnkörper. Aus dieser Zeit
stammt das Bahnhofsempfangsgebäude in
Ziegelbauweise mit Rundbögen, Ziergesim-
sen und Lisenen. Auf dem Gelände der
Zuckerfabrik HILDESHEIMER STRASSE 360
ist der zweigeschossige Ziegelbau aus der
Gründungszeit der Fabrik, der damals als
Wohnhaus für die Arbeiter diente, als Bau-
denkmal ausgewiesen.

Rethen, Steinweg 15,
Wohnhaus, Jahrhundertwende



w
in
llt
Sill

Rethen, Thiestraße 20, Schule mit Wohnteil, Jahrhundertwende


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