Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Der zweigeschossige, giebelständige Mas-
sivbau in der Straße ÜBER DEN BEEKEN 13
ist das aufwendigste und repräsentativste
Gebäude Ronnenbergs aus der zweiten
Hälfte des 19. Jh. Es ist datiert 1868. Die
Straßenfront ist in den unteren Geschossen
streng symmetrisch durch sechs Fenster-
achsen mit flachen Segmentbögen und im
Giebeldreieck mit Rundbögen gegliedert.
Die Lisenen und das tropfenartige Giebel-
gesims waren früher vermutlich in Ziegel
gesetzt. Sechs Fensterachsen mit ebenfalls
flachen Segmentbögen und zwei Fenster
zwischen Lisenen unter kleinem Erkerhaus
sowie ein stark profiliertes Geschoßgesims
gliedern die Traufseite. Das an städtebau-
lich dominierender Stelle stehende Gebäu-
de wird heute als Museum genutzt.
Von ähnlicher Prägung ist der zweigeschos-
sige Ziegelbau in der EMPELDER STRASSE
2 A. Das als Wohnhaus genutzte Gebäude
orientiert sich mit seinem Hausgiebel zur
Straße, der mit Gesims und türmchenartiger
Giebelbekrönung verziert ist. Es wird mittig
über eine vorgelegte Treppe unter kunstvoll
geschmiedetem Vordach erschlossen.

Ronnenberg, Hinter dem Dorfe 9,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1843


Ronnenberg, Empelder Straße 2 A,
Wohnhaus, 1890


Als Beispiele für die nach städtischen Vor-
bildern errichteten Gebäude um 1900 kön-
nen die ein- und zweigeschossigen Wohn-
häuser in Ziegelbauweise mit aufgeputzten
Fenstergewänden in der Straße HINTER
DEM DORFE 1 und HINTER DEM DORFE 2
angesehen werden. Etwa 15 Jahre älter ist
das als massiver Putzbau errichtete Wohn-
haus in der GEHRDENER STRASSE 3. Das
traufständige Gebäude unter Satteldach ist
durch sechs Fensterachsen mit aufgeputz-
ten Gewänden gegliedert, von denen die
beiden mittigen in einem Risalit zusammen-
gefaßt sind, der im Dachgeschoß auf vier
Fenster unter tympanonartigem Giebeldrei-
eck erweitert ist.
Von dem Kaliwerk blieb außer dem Verwal-
tungsgebäude und der riesigen Abraumhal-
de wenig übrig. Der zweigeschossige Zie-
gelbau NORMANNISCHE STRASSE 5 wird
heute als Geschäftshaus genutzt. Die Back-
steingliederung der Fassaden im Wechsel
mit Putzfeldern, sowie die Giebelanschwün-
ge des Mittelportals und des Daches lassen
Einflüsse des Jugendstils erkennen. Die
Traufseite ist siebenachsig gegliedert mit

einem dreiachsigen, leicht vorgezogenen
Mittelrisalit. Die zwischen Lisenen gestell-
ten Fenster sind im Erdgeschoß rundbogig,
im Obergeschoß dreiteilig, in rechteckiger
Öffnung mit erhöhtem Mittelfenster.
Neben einigen Arbeiterhäusern in der Nor-
mannische Straße blieben noch die Direk-
tionshäuser erhalten. In seinem ursprüngli-
chen Charakter mit den zahlreichen Gie-
beln, Erkern, Versprüngen in der Außen-
haut, den Fenstern und dem Sprengwerk im
Giebel besteht die in Ziegel errichtete
Werksvilla im HAGACKER 15.
An der Strecke nach Gehrden liegt auf der
Südseite an der GEHRDENER STRASSE 15
hinter einer Gutsmauer das ehemalige Ron-
nenberger Rittergut, dessen erster Besitzer
Heinrich Knigge war. Er baute 1864 das
Wohnhaus mit den Wirtschaftsgebäuden in
Fachwerk. Das eingeschossige Herrenhaus
in Bruchstein mit verputzter Fassade unter
Satteldach ist elfachsig durch rundbogige
Fenster und die mittige Eingangstür über
zweiläufiger vorgelegter Treppe gegliedert.

Ronnenberg, Gehrdener Straße 15, Gut, Herrenhaus, 1864


Ronnenberg, Hagacker 15,
Villa, 1910


Ronnenberg, Normannische Straße 5,
Verwaltungsgebäude, um 1900


Ronnenberg, Empelder Straße 20,
ehern. Abdeckerei


249
 
Annotationen