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Am häufigsten anzutreffen sind die trauf-
ständigen Bauten wie der zweigeschossige
Wandständerbau ZUM OBERNTOR 11 aus
der ersten Hälfte des 18. Jh., Querdielen-
häuser wie Zum Oberntor 31 aus der Mitte
des 19. Jh., und besonders die zweige-
schossigen giebelständigen Fachwerkbau-
ten ZUM OBERNTOR 13 und ZUM OBERN-
TOR 29, die dem Eldagser Haustyp ent-
sprechen. Die beiden giebelständigen zwei-
geschossigen Bauten ZUM OBERNTOR 7
und ZUM OBERNTOR 9 wurden um die
Jahrhundertwende umgebaut. Der Unter-
bau der Nummer 9 ist bis zum Dachge-
schoß verputzt. Im Bereich der späteren
Verlängerung der ehemaligen Lange Straße
über das Obere Tor hinaus stehen ein- und
zweigeschossige, traufständige Fachwerk-
bauten aus der Zeit um 1800. Besonders
erwähnenswert ist hier das Haus ZUM
OBERNTOR 30, ein kleiner Wandständer-
bau, in dem 1818 Heinrich Göbel, der Erfin-
der der Glühlampe, geboren wurde. Ihm
wurde oberhalb Springes an der Deister-
pforte ein Denkmal gesetzt, die sogenannte
Göbelbastei UNTER DEM EBERSBERGE.

Ähnlich bedeutsam wie das Peterssche
Haus ist der ehemals als Rathaus erbaute
heutige Ratskeller ZUM OBERNTOR 1 von
1638. Der zweistöckig abgezimmerte Fach-
werkbau unter steilem Satteldach mit leicht
außermittigem Eingang über vorgelegter
Treppe kragt am straßenseitigen Giebel
vierfach flach vor. Die Stockwerksabzimme-
rung wird durch profilierte Balkenköpfe und
gerundete Füllhölzer hervorgehoben. Kreuz-
streben und doppelte Fußstreben beleben
die Brüstungsfelder im Obergeschoß. Die
Kammern auf der linken Traufe liegen er-
höht über einem hohen Kellergeschoß. Bis
1775 diente das Gebäude als Rathaus und
bis 1846 waren hier Teile der Verwaltung
untergebracht. Durch die Umnutzung als
Gaststätte wurden zahlreiche Veränderun-
gen am Äußeren und im Inneren vorgenom-
men, die jedoch die Denkmalwürdigkeit des
Bauwerkes nur wenig beeinträchtigen. Aus
der Zeit um 1700 stammt der zweistöckig
abgezimmerte Fachwerkbau ZUM OBERN-
TOR 4, der heute als Wohn- und Geschäfts-
haus genutzt wird. Stockwerksabzimme-
rung und Giebelschwellbalken kragen über

profilierten Balkenköpfen mit eingeschobe-
nen gerundeten Füllhölzern flach vor. Die
Brüstungsfelder im ersten Obergeschoß
sind durch kräftige Fußstreben gegliedert.
Bemerkenswert ist der auf dem rückwärti-
gen Grundstück liegende zweigeschossige,
schmale Fachwerkspeicher mit weit auskra-
gendem Dach. Östlich davon an der Ein-
mündung der Haidstraße auf dem früheren
Gelände eines der Sattelhöfe steht das heu-
tige Amtsgerichtsgebäude ZUM OBERN-
TOR 2 von 1775, ein zweigeschossiger
Fachwerkbau auf hohem Kellergeschoß.
Die neunachsigen Längsseiten zur Straße
und zum Hof sind mit segmentbogigem Mit-
telrisalit unter flachem Dreiecksgiebel durch
den regelmäßigen Wechsel von Wandflä-
che und Fenster symmetrisch gegliedert.
Das Amtsgericht, das Springe 1852 erhielt
und das anfänglich in der Domäne unterge-
bracht war, konnte erst 1860 hierhin umzie-
hen. Es mußte sich die Räumlichkeiten mit
dem Landratsamt teilen. Später wurde im
Obergeschoß eine Richterwohnung unter-
gebracht. Auf dem rückwärtigen Teil des
Grundstücks steht ein zweistöckiges
schmales Stallgebäude, vergleichbar mit

Springe, Am Markt 14


Springe, Zum Oberntor 30,
Göbels Geburtshaus, um 1800


Springe, Am Markt 7,9,11,13


Springe, Zum Oberntor 11,
frühes 18. Jh.


Springe, Zum Oberntor 2,
Amtsgericht, 1775


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