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Kastanienallee vor dem Wirtschaftshof er-
richtet. Der Bau der Scheunen in Sandstein-
quadern unter Walmdach auf L-förmigem
Grundriß und ihre räumliche Ausrichtung
auf das Herrenhaus gehen ebenfalls auf die
Planung von Laves zurück.
In unmittelbarer Nähe liegt oberhalb des
Gutes das ehemalige Forsthaus WENNIG-
SER STRASSE 1, ein massiver, schlichter
Putzbau unter Halbwalmdach, und die lang-
gestreckten, eingeschossigen, z.T. in Fach-
werk, z.T. verputzten Landarbeiterwohn-
häuser, die noch zum Gut gehören. Hierzu
zählt ebenfalls die Untermühle, WENNIG-
SER STRASSE im Norden der Ortschaft am
Bredenbecker Bach gelegen, ein Fachwerk-
bau unter Halbwalmdach aus dem 18. Jh.
mit einer Erweiterung aus dem 19. Jh. Sie
wird heute als Wohnhaus genutzt. Die was-
sertechnischen Anlagen wurden vor Jahren
abgebaut.
1750 ließ Phillip Carl Freiherr Knigge die
Grenze des Gerichtes Bredenbeck mit neu-
en GRENZSTEINEN versehen, die auf dem
Kampweg im Deister oberhalb von Volksen
mit der Jahreszahl 1749 z.T. erhalten sind.

Auf der Basis des Vermessungsplanes von
Laves erfolgten zahlreiche Planungen, Um-
und Neubauten. 1823 entstand der Plan,
die neue Schule und die Kirche am Linden-
platz zu erstellen. Dieser Plan wurde jedoch
nie verwirklicht. Ein Klassenraum wurde
1848 von Laves AN DER BEEKE 10 errich-
tet und 1860 die Lehrerwohnung ergänzt.
Der eingeschossige, verputzte Bau unter
Satteldach mit quadratischem Dachreiter
dient heute als Wohnhaus.
Die Bewohner Bredenbecks, die bis 1820
nur wenig Landwirtschaft betrieben, lebten
vorwiegend von der Arbeit in den Unterneh-
men des Gutes, von der Holzgewinnung
und z.T. von Töpferarbeiten. Sie standen in
einem starken Abhängigkeitsverhältnis zum
Gut. 1848 demonstrierten 84 Häuslinge ge-
gen ihre Dienstpflichten am Gut. Auch
wenn einige der älteren Bauten durch Um-
bau und Verkleidungen bereits stark verän-
dert wurden, so unterstützen sie mit ihren
Gebäudeproportionen, ihrer Konstruktion
und ihrer Lage zum Bach das ursprüngliche
Bild der Reihensiedlung. Als besonders ty-
pische Beispiele sind zu erwähnen das Hal-

lenhaus in Vierständerbauweise der Hofstel-
le AN DER BEEKE 25 aus dem Jahre 1815
und der etwas von der Straße zurückgele-
gene Vierständer unter Satteldach AN DER
BEEKE 9 und 9A, der durch ein zweige-
schossiges Wohnhaus in Ziegel aus der
Zeit um 1900 zur Straße hin abgeschirmt
wird. Die Abzimmerung des Wirtschaftsgie-
bels mit der kräftigen Auskragung über Bal-
kenstummeln und Giebelschwellbalken ist
für die Zeit seiner Errichtung im Jahre 1820
recht selten. Das fünf Jahre später erbaute
traufständige Querdielenhaus AN DER BEE-
KE 23 aus dem Jahre 1825 ist als Gebäude-
typ und durch seine Stellung innerhalb der
Siedlung An der Beeke deutlich hervorge-
hoben. Der stockwerksartig abgezimmerte
Wandständerbau unter Halbwalmdach ist
eines der sehr frühen Querdielenhäuser in-
nerhalb seines weit nach Westen vorge-
schobenen Verbreitungsgebietes. In Verlän-
gerung der Straße An der Beeke in der
JAHNSTRASSE 29 steht direkt an der Gren-
ze des Gutsgeländes ein Wandständerbau
aus der Mitte des 19. Jh. Das im Wohnteil
zweigeschossige Fachwerkgebäude ist z.T.
einstöckig, z.T. zweistöckig abgezimmert.

Bredenbeck, Rittergut 1, Gut



Bredenbeck, Jahnstraße 29,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, Mitte 19. Jh.


Bredenbeck, Rittergut 1,
Gut, Brennerei


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•st

Bredenbeck, Rittergut 1, Gut, Mühle, 1860, Laves

Bredenbeck, An der Beeke 23,
Wohn-Wirtschaftsgebäude, 1825


Bredenbeck, An der Beeke 9,
Wohnhaus, um 1900


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